Samstag, 29. November 2014

Anleitungen

Patentmuster in Runden stricken
(gerade Anzahl Maschen anschlagen, zwischen den ** wiederholen)

1. Runde

*1 Masche re. abheben, dabei den Faden hinter die abgehobene Masche legen, 1 Masche li.*

2. Runde

*1 Masche re., 1 Masche li.*


Patentmuster mit tiefer gestochenen Maschen
(ungerade Anzahl Maschen anschlagen, zwischen den ** wiederholen)


1. Reihe (Rückreihe)

*1 Masche re., 1 Masche li.*
enden mit 1 Masche re.

2. Reihe (Hinreihe)
 

*1 Masche tiefgestochen re., 1 Masche li.*
enden mit 1 Masche tiefgestochen re.

Alle rechten Maschen eine Reihe tiefer einstechen, linke Maschen normal links stricken.
D.h. bei rechten Maschen nicht in die Fadenschlinge auf der Nadel stecken, sondern in die darunterliegende Masche und den Faden wie zum "normalen" rechtstricken holen. Nun die Masche von der linken Nadel gleiten lassen und die nächste Masche links stricken. Randmaschen rechts stricken.


Missoni-Muster mit Lochmuster
(Maschenzahl teilbar durch 11 + 2 Randmaschen, zwischen den **wiederholen)

1. Reihe (Hinreihe)

1 Randmasche, *2 Maschen re. zusammenstricken, 3 Maschen re., 1 Umschlag, 1 Masche re., 1 Umschlag, 3 Maschen re., 2 Maschen rechts überzogen zusammenstricken (d.h. 1 Masche abheben, 1 Masche re. stricken, die abgehobene Masche über die rechts gestrickte Masche ziehen)*, 1 Randmasche

2. Reihe (Rückreihe)

alle Maschen außer den Randmaschen links stricken

Missoni-Muster ohne Lochmuster
(Maschenzahl teilbar durch 11 + 2 Randmaschen, zwischen den ** wiederholen)

1. Reihe (Hinreihe)
 
1 Randmasche, *2 Maschen re. zusammenstricken, 2 Maschen re., aus den beiden nächsten Maschen jeweils 1 Masche re. und 1 Masche re. verschränkt herausstricken, 3 Maschen re., 2 Maschen rechts überzogen zusammensricken (d.h. 1 Masche abheben, 1 Masche re. stricken, die abgehobene Masche über die rechts gestrickte Masche ziehen)*, 1 Randmasche
 
2. Reihe (Rückreihe)
 
alle Maschen außer den Randmaschen links stricken
 


Mittwoch, 26. November 2014

Das Wollschaf fragt / Die verstrickte Dienstagsfrage ... im November

Die verstrickte Dienstagsfrage 44/2014 – 04.11.2014

Die dunkle Jahreszeit hat begonnen - wie beleuchtest Du Deinen Strickplatz?

Mein abendlicher Platz auf der Couch wird nicht ausschließlich zum stricken genutzt, sondern wechselweise tausche ich die Nadeln gegen das Spinnrad. Es fällt mir nämlich ausgesprochen schwer, meine Hände still zu halten und deshalb passiert das eigentlich so gut wie nie.
Da ich zum spinnen das Licht an einer anderen Stelle brauche, als zum stricken, leistet mir eine schlichte stabförmige Leuchte beste Dienste, die ich nach hinten oder zur Seite schwenken kann und zudem dimmen.
Jetzt im Herbst und Winter kommen noch der diffuse Schein unseres Kamins und vieler Kerzen dazu, die natürlich weniger für Helligkeit, als für eine wohlige Stimmung sorgen.

Die verstrickte Dienstagsfrage 45/2014 – 11.11.2014

Mit welcher Wolle habt ihr Stricken gelernt oder wiederentdeckt? Welche Wolle verstrickt ihr am liebsten? Hat es sich verändert, mit welcher Wolle ihr gerne strickt oder gibt es Garne, die ihr früher in rauen Mengen verarbeitet habt und nun könnt ihr nix mehr damit anfangen? Gibt es Wolle, die euch nicht ins Haus kommt?

Angefangen hat alles (vor gefühlten 100 Jahren) in der Schulzeit und ganz bewusst kann ich mich an einen altrosafarbenen Pullover mit V-Ausschnitt, Zopf- und Lochmuster erinnern. Er war bestimmt aus Acryl- was hat mich auch damals das Material interessiert...

Dann war viele Jahre lang kein Nadelklappern zu hören, bis ich vor ca. 1 Jahr die Lana Grossa Silkhair entdeckte. Die ersten Schals nach langer Zeit alle aus dieser Wolle und nach dem gleichen einfachen Lochmuster.

Dann kam die Phase der Noro-Wolle. Ich fand sie sooo toll- diese leuchtenden Farben in wildem Mix und die griffige, einfach etwas andere Struktur der Garne. Ließen sich oft nicht so schnell und gut verstricken, aber das interessiert nicht; sie waren interessant, bis ich Ito entdeckte.

Wieder etwas ganz anderes. Papiergarn. Bourettseide. Umzwirnter Edelstahl. Am liebsten hätte ich jeden Tag etwas neues angestrickt- ich war mal wieder total verliebt.

Und dann, ich glaube es war im Juni diesen Jahres, entdeckte ich auf ebay die erste handgesponnene Wolle. Was für eine neue, farbenfrohe, kuschelweiche Welt! Nicht ganz so glücklich war ich darüber, dass die auf den Fotos abgebildete Wolle meistens viel gleichmäßiger aussah als die, die ich dann verstrickte. Wenn das so gewollt ist- okay, aber ich persönlich bin kein Fan von Wolle mit einzelnen super-dicken und - dünnen Stellen mit zu viel oder zu wenig Drall.

Tja, und von da an war ich infiziert und spinne nun, nach 4 Monaten schon ganz passabel meine eigene Wolle, die ich oft auch selbst färbe und hoffentlich finde ich bald die Zeit, sie viel öfter selbst zu verstricken.

Ich bin nur so gar nicht der Fan von reinen Kunstfasern, Pompon- und Fransengarnen, Glitzerfäden und ArtYarns. Was ich noch immer kaufe, sind Filzwolle, Baumwoll- und Papiergarne, luftiges Kidmohair und Bourettseide mit hoher Lauflänge.

Die verstrickte Dienstagsfrage 46/2014 – 18.11.2014

KALs/CAls (knit-along/crochet-along) erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Insbesondere für Designer sind solche Aktionen ein probates Mittel, um sich und ihre Anleitungen publik zu machen. Hast Du schon mal an einem oder auch mehreren KALs oder CALs teilgenommen? Wenn ja, welche Gründe haben Dich dazu bewogen? Wer hat den KAL/CAL initiiert? Worin siehst Du für Dich persönlich den Nutzen, ein Modell Gleichzeitig mit anderen Menschen zu stricken/häkeln? Hast Du eventuell auch schon einmal negative Erfahrungen bei einem KAL/CAL gemacht? Falls Du noch an keinem KAL/CAL teilgemommen hast: Warum nicht?

Nöö... das ist so gar nicht mein Ding. Ich bin kein Herdentier, ich mache nicht, was andere machen und schon gar nicht Handarbeiten, bei denen andere das zur gleichen Zeit viel schneller und viel schöner machen. Und dann vielleicht noch Sachen, bei denen ich vorher nicht weiß, was dabei herauskommen soll? Viel zu schade um meine Zeit und das Material.

Die verstrickte Dienstagsfrage 47/2014 – 25.11.2014

Liebes Wollschaf, ich habe da mal eine Frage: Ich habe letztens einem heißgeliebtem Pullover ein neues Bündchen anstricken müssen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich heute ganz anders stricke als zu der Zeit, als ich den betreffenden Pullover nadelte, nämlich deutlich fester. Kennt Ihr das auch?

Ich stricke lieber etwas zu fest, als zu locker und wähle auch lieber etwas dünnere Nadeln. Seit ich Bambusnadeln für mich entdeckt habe. Die sind etwas biegsam und das festere stricken damit strengt meine Hände deutlich weniger an.  






Sonntag, 23. November 2014

Pfefferkuchen... die vogtländischen

die Besten sollen ja die Nürnberger sein. Kann nur jemand sagen, der meine Pfefferkuchen noch nicht probiert hat. Angeben hin oder her- sie sind einfach köstlich- und total anders, als alle gekauften.
Kein Einheitsbrei ohne Stückchen und dergleichen, sondern stückig und saftig, klein und lecker mit vielen guten Zutaten. Am besten den Teig am Abend zuvor vorbereiten, ggf. Nur die Hälfte der Zutaten verwenden, da die angegebene Menge für ca .150 kleine Pfefferkuchen reicht)

Hier das Rezept:

300g Rosinen (über Nacht in Rum einweichen)

375g Sanella, 500g Zuckerrüben-Sirup & 250g Invertzucken (bitte keinen Bienenhonig verwenden) in einem Topf erwärmen und auflösen

5 saure Äpfel grob raspeln

1.000 g Mehl, 500 g Zucker, 250g Zitronat, 300g gehackte Mandeln, 500g Kokosraspel, 10g Hirschhornsalz, 1 Pck. Backpulver, 2 Teel. gemahlene Nelken, 2 Teel. Zimt, 3 Eßl. Kakao, 1/2 Pck. Lebkuchengewürz, 3 Eier, Saft und Schale einer Zitrone

Alle Zutaten gut mischen, am nächsten Tag auf kleinen runden Oblaten Lebkuchen formen und bei 185°C ca. 17 - 18 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Der Teig klebt sehr... ist aber richtig so. Die fertigen Pfefferkuchen dürfen nicht zu dunkel sein.
Ich mache immer einen Teil pur, einen Teil mit dunkler Kuvertüre und einen Teil mit Zitronenguss und bewahre sie in einer gut verschließbaren Dore auf. Für 2 - 3 Tage einen halben Apfel dazu legen- dann werden sie schön weich.

In der Weihnachtsbäckerei

...gibt's so manche Leckerei. Bei und gibt es in diesem Jahr Stollen, und wenn ich sage: selbstgebacken, dann meine ich nicht: Zutaten kaufen, zum Bäcker bringen und fertigen Stollen abholen. Das kann ja jeder.

Besorgt bis erfreut das Hefesteckel beobachten, die Rosinen im guten "Stroh" ertränken, Mandeln naschen, bis zur Erschöpfung Teig kneten, wohlwollend die richtige Farbe und den leckeren Duft kommentieren und zum Schluss voller Entsetzen rufen "Michael, zerbrich mir ja den Stollen nicht! Selberbacken eben.


Eine liebgewordene Tradition (ein Dankeschön an Rebeccas Oma Eveline!) ist der Zuckerkuchen aus Stollenteig.

Ich bin ja ein Oma-Kind und durfte oft den Kindergarten schwänzen, wenn meine Oma gebacken hat. Schon damals, vor 40 Jahren, hatte ich kleine Backbleche und formte mit Begeisterung Minikuchen und Semmeln. Meine Oma  brauchte keine Rezepte- sie hatte alles im Kopf. Und ich denke, ich habe von ihr die Angewohnheit, von den "guten Zutaten" eher etwas mehr als zu wenig zu nehmen.

Deshalb gab es in diesem Jahr 5  Stück 3-Pfund-Stollen und eine Portion Teig für den heißgeliebten Zuckerkuchen. Meine Schwiegermutti Hannelore (DIE begnadete Tortenbäckerin) meinte, das sei ja der Lieblingskuchen meines allerliebsten Ehemannes überhaupt. Neue Erkenntnis nach immerhin fast 5 Jahren, die wir uns kennen.

Ein Foto konnte ich leider nur noch vom letzten Stückchen machen- er war binnnen Minuten aufgegessen.

Ist aber einfach zu machen: Teig in eine gefettete Form drücken (wer lieber Backpapier verwendet: Papier nass machen- dann lässt es sich in jeder Form verwenden), Butterflöckchen darauf verteilen, mit Zimt & Zucker bestreuen und backen. Fertig.

Herzblut

Ilona ist meine Freundin. Meine Vertraute. Mein Fels in der Brandung. Wenn ich 3 Dinge mit auf eine Insel nehmen dürfte, müsste wohl Ilona auch mit herhalten... Ilona hat wundervoll rotes, blutrotes Haar und das hat mich diese Woche zu einer wundervollen Wolle inspiriert, die ich Ihr zum Nikolaus schicken werde.

"HERZBLUT" ist aus einem tiefroten Wensleydale- und einem rotmelierten Merino-Faden verzwirnt. Ich war sofort verliebt in die Wensleydale-Wolle; so schwer und glatt und tiefrot. Die Merinowolle bringt dagegen etwas lebendiges mit, ist fluffig und weich und schön glatt. Von dieser Merinowolle habe ich noch einen zweiten Strang mit sich selbst zweifach verzwirnt. Auch nicht schlecht...

Leider mag meine Kamera kein ROT und zwar so wirklich gar nicht und da kann ich probieren wie ich will (und lieb und böse reden) und verstellen und probieren wie ich will- es ist zum heulen mit der Fotografiererei... Dabei habe ich schnell die Deko weggeräumt, weil so schön die Sonne hereinschien und Muster von Gardine und Jalousien an die Wand warf. Es hätte ein so schönes Foto werden können- wenn meine Kamera rot ebenso lieben würde wie ich.

Rechts die mit Wensleydale verzwirnte; auf den ersten Blick sieht man gar nicht den Unterschied, sie ist aber deutlich haariger als die reine Merinowolle.

Freitag, 21. November 2014

Nautilus ... und die verstrickte Wärmflasche

20.11.2014

Mein liebes Kind hat seinen ersten Kammzug gefärbt; feine Merino in orange, blau und weiß. Und ich habe ihr (in einer gestrigen Nachtschicht) eine Wolle ganz nach Wunsch daraus gesponnen. Ihre "Nautilus" - 100g / 180m - sollen sich in eine kuscheligen Überzug für eine Wärmflasche verwandeln.

Na, wenn der nur mal schon fertig wäre...

 
22.11.2014
 
Das ging ja schneller, als ich dachte und war an einem Abend gestrickt. Mal sehen, ob das Kind sich freut.
 


Projekte im November

21.11.2014
 
Eine kleine Übersicht über meine Wolle, die ich in den letzten 4 Wochen gesponnen habe.
 
 
18.11.2014
 
Ich kann gar nicht alle Fotos meiner fertigen Wolle zeigen- es waren soo viele schöne Stränge in den letzten Wochen. Sicher ein ganzer Wäschekorb voll in 2 Monaten.
Da muss ich einmal versuchen, alles zusammen auf ein Foto zu bekommen.
 
 
Hier meine "Blutorange", die mir sehr gut gefällt. Fluffig-weiche Merino, handgefärbt.

 
"Perlenglanz" ist eine Mischung aus 60% Shetlandwolle / 20% Tussahseide / 20% Tencel.
 
 
"Silberglanz" ist eine Mischung aus 70% Shetlandwolle / 30% Tussahseide.

 
"Merino loves Green" ist eine Mischung aus 50% unifarbener grauer und 50% meliert hellgrüner, handgefärbter Merinowolle. So herrlich fluffig, weich und elasttisch- eben einfach zum verlieben.
 
 
"HORTENSIE", 100% Merino, handgefärbt / handgesponnen, 60g / 85m

 
"TERRACOTTA", 70% Shetlandwolle / 30% Tussahseide, handgefärbt / handgesponnen, 50g / 82m

 
"IMMERGRÜN", 100% Bluefaced Leicester (BFL), handgefärbt / handgesponnen, 65g / 105m

 
"PFAFFENHÜTCHEN", 100% Merino, handgesponnen, 100g / 140m

14.11.2014

Letzte Woche habe ich endlich wieder gefärbt; inzwischen gelingt das ja ohne Unfälle mit verfilzten Kammzügen. Zurzeit natürlich eher in herbstlichen Farben und wie immer in vielen Nuancen von lila und violett, aber auch grau und Grüntöne.


Meine momentanen Lieblinge (gefärbte Kammzüge und gesponnenes Garn) haben einen schönen Platz im neu eingerichteten Schrank gefunden und ich freue mich immer wieder, sie anzuschauen.

01.11.2014

Stricken, bis die Nadeln glühen.

Diese Woche habe ich fast ausschließlich gestrickt und gefilzt, da ich so viele Anfragen wegen der kleinen Baby-Filzschuhe mit Strickbündchen habe. Mit der neu entdeckten Drops Eskimo macht das besonders viel Spaß, da ich die tollen Farben liebe und diese Wolle bei 60°C fantastisch filzt. Einige habe ich auch mehrfarbig gestrickt, obwohl ich zugegeben nicht so der Freund vom Fäden-vernähen bin.


Mein allerliebster Ehemann schüttelt nur den Kopf, wenn er die schier unendliche Reihe kleinster Schuhchen sieht, hält aber geduldig den Faden, wenn ich Kordeln drehe. Bei den zuletzt gestrickten Paaren schlage ich das Strickbündchen nach außen um und fädle eine Kordel durch, die ich zur Schleife binde. Ich finde, das sieht ganz hübsch aus, ist praktisch und ich muss die Bündchen nicht festnähen.

Wenn ich die Schuhchen zweifach filze, werden sie noch kleiner, fester und die Optik gefällt mir noch besser, aber es ist absolut schwierig, die Maschen für das Strickbündchen aufzunehmen. Der Filz lässt sich kaum mit der Häkelnadel durchstechen und ich hatte stets größte Sorge, dass mir die Nadel abbricht. Inzwischen nutze ich eine kleine Ahle mit Holzgriff (vor einigen Wochen für einen ganz anderen Einsatz gekauft), um die Löcher vorzubohren. Das klappt einfach prima und dieser kleine Helfer leistet wunderbare Dienste.


Sonntag, 9. November 2014

Fäustlinge stricken...


Schon im Sommer hatte ich diese Handschuhe gestrickt; es fehlten eigentlich nur noch ein paar Stiche, um die obere Kante zu schließen. Trotzdem lagen sie seit dem Sommer in der Kiste als wollten sie sagen: Warte nur, Beatrice, wenn es erst einmal richtig kalt ist, wirst Du Dich schon noch an uns erinnern...


Die Wolle war meine allererste handgesponnene, die ich jemals gekauft habe. Und sie ist schuld daran, dass ich mit dem spinnen angefangen habe. Meine eigene ist inzwischen fast noch schöner. Zumindest achte ich mehr darauf, dass ich nicht so viele dick-dünn-Stellen habe und die Wolle an allen Stellen gleichmäßig Drall hat.

Mittwoch, 5. November 2014

Nur nicht die Übersicht verlieren

Bereits mit dem Einzug in unser Haus vor 2 Jahren bekam ich mein eigenes kleines Zimmer in der oberen Etage; so ganz nach meinen Wünschen und Vorstellungen tapeziert und eingerichtet, bzw. so weit es der Platz zuließ.

Zweifelsohne wäre es mir ein Leichtes, auch einen 3fach großen Raum zu füllen, da es mir ja nicht an Hobbys und Interessen mangelt und meine Nähmaschinen (1 Textima Industrienähmaschine, 1 Textima Overlook, 1 Janome Nähmaschine mit Computersteuerung), mein Spinnrad sowie nicht unerhebliche Bestände an Stoffen, Nähzutaten, Kammzügen und versponnener Wolle, Strick- und Häkelnadeln, Fachzeitschriften schon längst einen festen Platz einfordern.

Heute habe ich nun begonnen, meine Schränke umzuräumen und während ich mich schon fast fertig glaubte, kamen mir doch noch einige Gedanken in den Sinn, die mich dazu brachten, innezuhalten und einiges nochmals zu verändern.

Dafür habe ich nun aber einen großen Teil meines Materials, der mit nähen, stricken und häkeln zu tun hat, in einem einzigen Schrank untergebracht. alles fein säuberlich sortiert und in gleichen Schachteln verstaut und beschriftet- das ist ja genau mein Ding.


Endlich meine schönen Ito-Garne an einem Platz, wohlgefüllte Kisten mit bunter Filzwolle, federleichter Silkhair, pastelliger CottonLight und natürlich meiner handgefärbten und -gesponnenen Wolle. Sogar meine schönen (unvollendeten) Schals und sonstigen angefangenen Strickstücke habe ich so gut im Blick.

Die Wolle aus dem Kochtopf

Wenn ich mich an meine ersten Versuche erinnere, Wolle zu färben, dann kann ich inzwischen darüber schmunzeln. Damals, vor einigen Wochen, War ich allerdings sehr missmutig. Ich hatte mir das so schön gedacht und einfach vorgestellt...

kann ja nicht so schwer sein... andere können das ja auch...

Ich konnte es jedenfalls erst einmal nicht; ich holte einen kreischend pinkfarbenen Filzstrang aus meinem Kochtopf- ohne jede Chance, den noch retten zu können.


Also habe ich gegoogelt, gefragt und probiert; ich habe Wolle mit superwash-Ausrüstung bestellt und siehe da: erste kleine Erfolge. Nach und nach erreichte ich sogar gezielt die Farben, die ich haben wollte; zu dunkel und zu grell wurden meine Kammzüge immer seltener.


Mutig und experimentierfreudig geworden köchelte ich nun sogar Falkland- und Shetlandwolle, BFL und Englische Wolle auch ohne sw und siehe da: trotzdem nicht verfilzt. Ein paar Überraschungen gibt es immer noch regelmäßig, doch die sind inzwischen meistens positiv.

Von den Ergebnissen die viele Andere erzielen, bin ich noch weit entfernt. Makellose Kammzüge mit sanften Farbübergängen und perfekt aufeinander abgestimmten Farben... es dauert wohl noch eine Weile, bis ich so weit bin.
Doch wenn ich mir die Ergebnisse der letzten Färbungen anschaue, bin ich zufrieden und auch ein bisschen stolz. Es sind genau die Farben geworden, die ich haben wollte, die Kammzüge sind schön glatt und ließen sich zu gleichmäßigen Zöpfen flechten und zweifelsohne werde ich ganz wundervolle Wolle daraus spinnen können.


Ein besonders interessantes Thema ist ja für mich auch das Färben mit natürlichen bzw. Pflanzenfarben. Begeisterungsfähig wie ich ja nun einmal bin, habe ich schon einmal vorsorglich zusammengetragen und so warten Stockrosenblüten, Blauholz, Rotholz, Galläpfel, Ritterspornblüten u.a. schon darauf, meine handgesponnene Wolle einzufärben. Da ich jedoch stets im Hinterkopf habe, wie viele Stunden am Spinnrad in meiner Wolle stecken, werde ich wohl erst noch einige Bücher wälzen und mich belesen, ehe es ans Werk geht.

Anleitung für Filzhausschuhe mit Strickbündchen

Du brauchst:

50g Filzwolle (LL50m), z.B.
Eskimo von Drops


 
und einen Rest Wolle für das Strickbündchen, z.B. CottonLight von Drops.


Für das Bündchen kannst Du fast jede Wolle nehmen; sehr dünne kannst Du auch 2-4fach nehmen. Das funktioniert beispielsweise mit der Merino superfein von Lana Grossa ganz fantastisch.

Dazu 1 Nadelspiel Stärke 5,0-6,0 und ein Nadelspiel Stärke 2,5-2,75 sowie eine Häkelnadel, eine Schere und eine Nähnadel.

Anleitung:

Für den gefilzten Fußteil 18 Maschen anschlagen, 18 Reihen stricken.

In den nächsten 4 Reihen jeweils 1 Masche am Anfang der Reihe zunehmen. Nun sind 22 Reihen gestrickt und 22 Maschen auf der Nadel.

Diese wie folgt aufteilen: 3 Ma. / 5 Ma. / 6 Ma. / 5 Ma. und die letzten 3 Maschen mit auf die 1. Nadel nehmen.

10- 15 Reihen in Runden stricken; je nach Schuhgröße.

In der Folgereihe bei den beiden Nadeln mit 6 Maschen jeweils die ersten beiden Maschen rechts zusammenstricken; Du hast nun auf jeder Nadel 5 Maschen.

In den Folgereihen nun jeweils die ersten beiden Maschen jeder Reihe rechts zusammenstricken, bis auf jeder Nadel 2 Maschen verbleiben.

Den Faden abschneiden und mit der Nähnadel durch die letzten 8 Maschen führen, zusammenziehen, die Spitze des Fußteils schließen, die Ferse ebenso mit einer kurzen Naht schließen und die beiden Fäden vernähen.

Den zweiten Schuh identisch arbeiten und das Paar bei 60°C in der Waschmaschine ohne Waschpulver filzen. Kurzprogramm genügt; bitte alte Handtücher dazutun.

Die gefilzten Schuhe in Form ziehen und trocknen lassen.

Mit der Häkelnadel 24 Maschen aufnehmen und auf 4 Nadeln verteilen. Wenn der Filz sehr fest ist bohre ich mit einer der Stricknadeln oder einer kleinen Ahle etwas vor, damit die Häkelnadel nicht abbricht und sich die Maschen leichter aufnehmen lassen.

Nun im Wechsel 1 Ma. rechts / 1 Ma. links 20 Runden stricken; vorsichtig bei den ersten 2-3 Runden; das ist etwas straff und ich hole mir den Faden, mit dem ich stricke, manchmal mit der Häkelnadel, damit mir die dünnen Nadeln (ich bevorzuge Bambusnadeln) nicht abbrechen.

Die Arbeit wenden und alle Maschen abketten, den Faden abschneiden und auf der Außenseite vernähen. So entsteht ein schöner Abschluss, wenn das Bündchen umgeschlagen wird.

Zuletzt eine Kordel drehen. Ich fädle dabei meine Nähnadel auf die Hälfte des Fadens und kann nun umso leichter die Kordel durch das Bündchen führen. Das befestigt das Strickbündchen, sieht schön aus und man kann den Sitz des fertigen Schuhs am Fuß regulieren.

Die Kordel-Enden kürzen, verknoten und zur Schleife binden. Fertig.