Samstag, 16. April 2016

Samstagsplausch ... am 16.04.2016


Ich sitze mit einem Latte macchiato in einem Café in Levanto im malerischen Cinque Terre; das Laptop mit dabei und lasse die Woche noch einmal an mir vorbeiziehen.

Mein Wocheneinkauf sah diesmal so ganz anders aus als sonst zu Hause: Marmelade, ein Brettchen aus Olivenholz, frische Zitronen, Pasta und verschiedene Pesto. Ein bisschen Italien eben, das man mit nach Hause nehmen kann. Ich liebe das leckere Essen hier, spazieren durch die schmalen Gassen, Häuser in verwaschenem gelb, grün und terracotta, die Zitronenbäume, Gelaterias und den warmen Sonnenschein.


Da freut man sich wochenlang auf den Italienurlaub, aber mit einem Hexenschuss, der nicht vergehen will, macht das keinen Spaß. Inzwischen halten sich die Schmerzen in Grenzen, so lange ich friedlich sitzenbleibe. Ich kann im Auto sitzen, im Bett, im Café, am Strand, in der Pizzeria- alles ganz wunderbar. Ich kann nur eben nicht gerade stehen und laufen; als hätte ich einen krummen Stock im Rücken.

M. hat mich herumgefahren, ich bin mit vielen (sitzenden) Pausen ein bisschen herumgelaufen und auf ein paar Fotos mache ich eine ganz passable (gerade) Figur. Alles nur gestellt.





Wir fahren also bereits nach einer Woche nach Hause- so lange habe ich tapfer durchgehalten mit Notarzt, Spritze und Tabletten und um mir und dem allerliebsten Ehemann wenigstens ein bisschen Ruhe, Sonne und gutes Essen zu gönnen. Aber es ist kein Vergleich zu Italien-Urlauben der vergangenen Jahre. Heißt also: wieder ein Jahr warten und dann aufs Neue.


Als Cinque Terre (auf Deutsch etwa Fünf Länder oder Fünf Ortschaften) wird ein etwa zwölf Kilometer langer, klimabegünstigter Küstenstreifen der Italienischen Riviera zwischen Punta Mesco und Punta di Montenero nordwestlich von La Spezia in der Region Ligurien bezeichnet. Von Nordwest nach Südost reihen sich die fünf Dörfer Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore entlang der steil abfallenden Küste auf. Die Region zählt etwa 7000 Einwohner und ist als Nationalpark geschützt, in dem nichts gebaut oder verändert werden darf. Im Jahr 1997 wurden die Cinque Terre zusammen mit Porto Venere zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.



Mittwoch, 13. April 2016

Was für Farben!

Ganz verliebt bin ich zurzeit in dieses Farbverlaufsgarn und die daraus entstandene Mütze. Leider hat es nur für eine in Kindergröße ausgereicht, aber ich muss unbedingt versuchen, nochmal einen Kammzug ähnlich nachzufärben.


Schaut auch in meinem dawanda-Shop vorbei; hier findet ihr viele schöne Garne, auch handgefärbte und Stränge mit 40-60g. Für Kindermützen reichen die nämlich aus und es bleibt keine große Restmenge übrig. Diese kleineren Stränge versende ich natürlich auch zum günstigeren Maxi-Brief-Porto.






Sonntag, 10. April 2016

Zum ersten Mal Viskose

habe ich hier in einer Mischung von 50% Merinowolle / 50% Viskose versponnen.


Ich hätte nie gedacht, dass eine Mischung mit 23 mic.-Merinowolle so weich sein kann! Super! Die Fasern lassen sich wunderbar dünn und gleichmäßig ausziehen, das Garn wird schön glatt ohne abstehende Fasern und es ist etwas schwerer, als ein reines Merinogarn.


Was mich im Moment noch sehr interessiert, ist das Verhalten beim Färben. Ich kenne einige Fotos, auf denen man Garne mit weißen Noppen sehen kann; das ist dann wohl die Viskose, die die Farbe nicht richtig angenommen hat. Auf anderen habe ich Garne aus Mischungen gesehen, die vollständig durchgefärbt waren. Da hilft also nur eins: ausprobieren!

Es ist schon (für mich) erstaunlich, wie man nach zwei Jahren Spinnerfahrung Fasern und Garne so ganz anders beurteilt. Bei vielen Faserarten, etwa Alpaka, Neuseelandlammwolle, Mischungen mit Seide und Viskose, Islandwolle u.a. sehe ich sofort, welches Material das ist und ich habe auch einen feineren Blick für die Qualität versponnener Wolle. Natürlich steigt auch mein Anspruch- zum einen an meine eigene Arbeit, als auch an die der Anderen.

Auf dem Leipziger Wollfest habe ich so manches Mal gedacht: da kostet industriell gefertigtes, gefärbtes Garn echt mehr, als meines, das handgesponnen und gefärbt ist. Meine Arbeit ist also kostenlos (aber nicht umsonst...). 

Samstag, 9. April 2016

Samstagsplausch

Ich sitze bei einer Tasse Kaffee, Laptop auf dem Schoß und lasse die Woche noch einmal an mir vorbeiziehen. Vieles zu bedenken und zu planen, wenn man zwei Wochen im Büro fehlt und zu Hause; dem Kind noch einen Plan machen und ein paar Anrufe erledigen... was darf man nicht vergessen mitzunehmen oder muss es noch einkaufen (Batterien für den Fotoapparat, Lieblingsstrumpfhosen- die lang genug sind, Ladekabel fürs Handy, Sonnenbrille, Wolle, Wolle und Wolle, Stricknadeln in allen Varianten... ;-)

 
Endlich Samstag. Endlich Wochenende. Endlich Urlaub.

Es ist Mitte April und ich freue mich wieder auf einen schönen Italien-Urlaub, denn während früher immer der Urlaub im Hochsommer das Highlight des Jahres war, hat sich das in den letzten Jahren verschoben. Ich muss immer etwas schmunzeln bei der Frage "... und wo fahrt ihr im Sommer hin?" Wir bleiben einfach da- denn wir wohnen dort, wo andere Urlaub machen: an der Ostsee, einen Steinwurf von Rostock entfernt und wunderbar im Grünen.

Unsere Urlaube machen wir im April und Oktober; bevor die Bauvorhaben beginnen und nachdem sie langsam auslaufen, denn hier bestimmt der Job auch den Weg durch das Jahr. Das ist aber keineswegs schlimm; eher im Gegenteil.
Wenn wir im April nach Italien fahren, beginnt schon unser Sommer. Luftige Kleider und Röcke werden eingepackt, für abends vielleicht ein Strickjäckchen und wir freuen uns auf die Wärme, Sonnenschein, leckeres Essen, spazieren gehen und entspannen. So richtig locker und ohne Termine, einfach zur Zeit für und zwei, denn die Kinder sind (fast) erwachsen und wir tanken auf für die bevorstehenden arbeitsreichen Wochen. Außerdem ist noch Vorsaison, die Preise sind günstiger und die Menschenmengen schieben sich noch nicht über die Autobahnen und durch die Innenstädte.

Diesmal war unser Start allerdings durch einen kleinen Zwischenfall gestört; Diagnose: Hexenschuss. Ich kenne das sein vielen Jahren und es ist nur noch selten, aber ich weiß auch ganz genau, wann es nicht mehr von selbst wieder gut wird und nur noch eine Spritze hilft.
Schon am Freitag im Büro hatte ich eine böse Vorahnung, aber es ging noch ganz gut... Abends noch ein paar Runden tanzen auf dem Unternehmerball in Warnemünde- wir hatten uns so darauf gefreut. Samstag noch ein Berg Bügelwäsche und letzter Einkauf vor dem Urlaub- selbst das bekam ich noch hin.
Ende war dann abends auf der Couch. Ein bisschen spinnen und stricken beim fernsehen... denn Hände und Füße tun dabei ja nicht weh; ich konnte nur nicht mehr aufstehen. Laaangsam nach vorn schieben, seitlich sitzend... innehalten. Gewicht vorsichtig verlagern, halb sitzend, halb stehend, laaangsam aufrichten. Nur nichts unüberlegtes tun. Alles liegenlassen, was herunterfällt und auf keinen Fall danach bücken. Lieber verkehrt herum ins Bett steigen und hoffen: Vielleicht ist morgen alles besser? Einfach so...?
Es ging nicht ohne Besuch in der Notaufnahme, aber das Glück war mir hold- die Ärztin ein Schatz und statt der geplanten stundenlangen Wartezeit im Überfüllten Wartezimmer saß ich nach 30 Minuten schon wieder im Auto. Nicht mal genug Zeit, um das Strickzeug auszupacken oder in den Reiseführer für Italien zu schauen ;-)
 
Noch ein paar Minuten sitzen, dann packe ich meinen Koffer. Ich hab Urlaub, die Sonne lacht, es tut nicht mehr so weh...



Donnerstag, 7. April 2016

Absolut gelungen!

finde ich das Garn aus einem meiner Kammzüge vom Leipziger Wollfest.


50% Merinowolle / 50% Tussahseide, handgefärbt (100g / 160m)

 
Ich habe den Kammzug geteilt, von rostfarben nach auberginefarben versponnen und dann entgegengesetzt; zum Knäul gewickelt und anschließend verzwirnt. Das Ergebnis ist ein wunderbares Farbverlaufsgarn, ganz weich und seidig und in so tollen Farben!








Was für eine Mischung!

Wenn ich Mischungen mit Seide verspinne, dann zieht sich die Seide meist gut erkennbar durch die Merino-, Shetland- oder Blufaced. Besonders deutlich zu sehen, wenn man diese Mischungen färbt.

Nun habe ich aber bei einem neuen Lieferanten bestellt, und u.a. eine Mischung mit 60% Merino / 20% Seide / 20% Polyamid bestellt. Ein wunderbares Material! Die Merino ist mit 16mic. die feinste, die man überhaupt zu kaufen bekommt, die Seide ist vollständig verteilt im Material und schon der Kammzug ist wunderbar weich. Das Verspinnen ist ein pures Vergnügen und das fertige Garn nach dem Entspannungspad einfach traumhaft.


Naturbelassen ist es richtig schön reinweiß mit tollem Glanz. Das ist sonst nicht so der Fall, denn die ungefärbt eingekaufte Wolle oder Mischungen sind doch zumindest leicht gelblich- wie Desserts mit Vanille. Sicher ist diese Mischung gebleicht, aber das ist ja nicht schlimm. Beim Färben muss man allerdings vorsichtig sein, da die Fasern im Kammzug schnell anfilzen.



Mal sehen, was ich mir daraus stricke... bestimmt etwas in Kombination mit einem naturfarbenen Garn in mittlerem Grau oder Beige.



Mittwoch, 6. April 2016

Kalt genug für einen Cowl

ist es ja zurzeit manchmal noch. Nachdem das Garn für den Rollkragen meines Pochos in der Farbe nicht wirklich perfekt gepasst hatte, habe ich ihn aufgeribbelt und in Runden neu gestrickt. Ergebnis ist ein kuscheliger Cowl, den man gut wie einen Rollkragen tragen kann.


Das Material ist eine super weiche Mischung mit 60% Merino, 16mic. / 20% Seide / 20% PA in den Farben Flamingo Pink, Valentins Blush, Bright Yellow, Pumpkin Orange, Deep Magenta.


Angeschlagen habe ich 100 Maschen (2 re./2 li.) und über 60 Reihen mit NS 5.0 gestrickt. Das Restgarn wird sich wohl noch in ein Paar passende Handstulpen verwandeln.


9. Leipziger Wolle-Fest und Stoffmesse

Im Normalfall ist es ja mit 370 km nicht die kürzeste Anreise von Rostock nach Leipzig, aber ich konnte diesen Messebesuch rechtzeitig planen und mit einem Besuch in der Heimat verbinden.
Dank der vorbestellten Karten gab es kein langes Anstehen an der Kasse; noch schnell die Jacken abgeben und rein ins Getümmel.

Der allerliebste Ehemann war (geduldig) mit dabei, lauschte interessiert (?) dem Fachsimpeln über die Haltung von Angorahasen und Film über die Fa. Seidenhase, über die Waschfestigkeit von Holzknöpfen, Feinheitsgraden von Merinowolle und meinen Erklärungen zur Verarbeitung von Leder.





Mit nach Hause genommen habe ich 2 Kammzüge zum verspinnen von Csilla (50% Merino / 50% Tussahseide, handgefärbt Farbe Asche und 50% Polwarth / 50% Tussahseide, handgefärbt Farbe Ozeantief) - von denen hat es nur einer noch aufs Foto geschafft, denn der andere hat sich schon in ein wundervolles Garn verwandelt. 


Weiterhin 200g Baby Alpaka Lace (100% Alpaka, 50g/400m, Farbe HF236) und 200g Baby Alpaka Lace (100% Alpaka, 50g/400m, Farbe HF197) von FairAlpaka. In die beiden Farben war ich spontan so verliebt, dass ich nicht widerstehen konnte, obwohl ich noch kein Projekt dafür habe.


Dann habe ich noch 50g 4ply Alpaka von Artesano (100% Alpaka, 50g/184m, Farbe Anemone) und 50g Serena von Manos del Uruguay (60% Alpaka/40% Baumwolle, 50g/155m, Farbe 9100) bei der Alpaka Ranch Zeeh gefunden und jeweils einen kleinen passenden Sample-Strang dazu.


Und ich habe zwei Dosen Perlmutt-Knöpfegefunden- die kann man ja immer mal gebrauchen...

Ich war sehr beherrscht und habe mir gut überlegt, was ich brauche und stricken kann / will; allerdings fiel mir das besonders bei den tollen Lederstücken und am Stand von Seidenhase schwer.

Dienstag, 5. April 2016

Extra seidig und weich...

Von meiner neuen Mischung mit 60% Merino / 20% Seide / 20% Polyamid habe ich zwei kleine Stränge in gelb / orange und rosa / flieder gefärbt und versponnen und zu diesen kleinen Mützchen verstrickt.


Mit NS 3.0 habe ich für die Mütze in gelb / orange 64 Maschen angeschlagen und 40g verbraucht; für die rosa / fliederfarbene waren es 68 Maschen und ich habe 35g verbraucht, da die gelbe Mütze zwar ein wenig kleiner, aber das Garn etwas dicker ist.
12 Runden habe ich im Bündchenmuster 2 re./ 2li. gestrickt, anschließend 25 Runden glatt rechts und danach in jeder zweiten Runde 8 M. gleichmäßig verteilt abgenommen. 



Zum nachstricken findet ihr viele passende Stränge in meinem dawanda-Shop.





Mein Bouclé-Poncho... ein Schreck und ein gutes Ende

Für einen Poncho gibt es ja verschiedene Varianten; beispielsweise mit quadratischer Grundform- Ecken vorn, hinten und seitlich oder Ecken nur seitlich. Weiterhin mit runder Grundform, L-förmig zugeschnitten und zusammengesetzt, vorn offen oder auch nicht, mit Kaputze, Rollkragen oder ganz ohne, mit oder ohne Fransen... 

Ich habe mich für die Variante mit gerader Kante vorn plus seitlich halb offenem Rollkragen entschieden.



Mein Stoffstück war quadratisch, also legte ich es zweimal auf Bruch zum Viertel und schnitt aus dem mittleren Punkt einen Kreis für den Halsausschnitt. So wollte ich erst einmal probieren, ob es besser aussieht, wenn vorn eine Ecke ist oder eine gerade Kante. Schrecksekunde! Der Durchmesser passte perfekt, hätte aber auch kein bisschen größer sein dürfen. Wie sehr man sich doch täuschen kann, wenn der Stoff beim zuschneiden vierfach liegt und man einen Viertelkreis herausschneidet...
 



Dank meiner neuen Schneiderbüste konnte ich den Rollkragen besonders leicht auf den Stoff stecken und habe ihn mit der Nähmaschine aufgenäht.
Die Naht verschwindet dabei in der kuscheligen Wolle und ist fast unsichtbar.

Seitlich ist der Rollkragen halb geschlossen, damit die Ecken schön über die Schultern nach vorn und hinten fallen.


Die Ecken des Bouclé-Stoffs sind verstürzt, die Stoffkanten habe ich nur einfach umgeschlagen und genäht habe ich mit einem dreifach-Zickzack-Stich. Auch das ging besser als erwartet und ohne Probleme beim Stofftransport.

Und so sieht der fertige Poncho aus:



(An dieser Stelle ein Dankeschön an das allerliebste Kind für die Präsentation!)

Eingeplant hatte ich das Projekt 8.0 Std.; tatsächlich gebraucht habe ich 7.5 Std (wenn ich den Umweg mit falscher Farbe und doppeltem stricken einmal weglasse.

100g Wolle kardieren (20 Min.), verspinnen (80 Min.), verzwirnen (25 Min.), haspeln (5 Min.), Entspannungsbad, Knäul wickeln (10 Min.), Rollkragen stricken (240 Min.), aufstecken und annähen (20 Min.), Stoff zuschneiden u. Kanten säumen (50 Min.)