Mittwoch, 5. November 2014

Nur nicht die Übersicht verlieren

Bereits mit dem Einzug in unser Haus vor 2 Jahren bekam ich mein eigenes kleines Zimmer in der oberen Etage; so ganz nach meinen Wünschen und Vorstellungen tapeziert und eingerichtet, bzw. so weit es der Platz zuließ.

Zweifelsohne wäre es mir ein Leichtes, auch einen 3fach großen Raum zu füllen, da es mir ja nicht an Hobbys und Interessen mangelt und meine Nähmaschinen (1 Textima Industrienähmaschine, 1 Textima Overlook, 1 Janome Nähmaschine mit Computersteuerung), mein Spinnrad sowie nicht unerhebliche Bestände an Stoffen, Nähzutaten, Kammzügen und versponnener Wolle, Strick- und Häkelnadeln, Fachzeitschriften schon längst einen festen Platz einfordern.

Heute habe ich nun begonnen, meine Schränke umzuräumen und während ich mich schon fast fertig glaubte, kamen mir doch noch einige Gedanken in den Sinn, die mich dazu brachten, innezuhalten und einiges nochmals zu verändern.

Dafür habe ich nun aber einen großen Teil meines Materials, der mit nähen, stricken und häkeln zu tun hat, in einem einzigen Schrank untergebracht. alles fein säuberlich sortiert und in gleichen Schachteln verstaut und beschriftet- das ist ja genau mein Ding.


Endlich meine schönen Ito-Garne an einem Platz, wohlgefüllte Kisten mit bunter Filzwolle, federleichter Silkhair, pastelliger CottonLight und natürlich meiner handgefärbten und -gesponnenen Wolle. Sogar meine schönen (unvollendeten) Schals und sonstigen angefangenen Strickstücke habe ich so gut im Blick.

Die Wolle aus dem Kochtopf

Wenn ich mich an meine ersten Versuche erinnere, Wolle zu färben, dann kann ich inzwischen darüber schmunzeln. Damals, vor einigen Wochen, War ich allerdings sehr missmutig. Ich hatte mir das so schön gedacht und einfach vorgestellt...

kann ja nicht so schwer sein... andere können das ja auch...

Ich konnte es jedenfalls erst einmal nicht; ich holte einen kreischend pinkfarbenen Filzstrang aus meinem Kochtopf- ohne jede Chance, den noch retten zu können.


Also habe ich gegoogelt, gefragt und probiert; ich habe Wolle mit superwash-Ausrüstung bestellt und siehe da: erste kleine Erfolge. Nach und nach erreichte ich sogar gezielt die Farben, die ich haben wollte; zu dunkel und zu grell wurden meine Kammzüge immer seltener.


Mutig und experimentierfreudig geworden köchelte ich nun sogar Falkland- und Shetlandwolle, BFL und Englische Wolle auch ohne sw und siehe da: trotzdem nicht verfilzt. Ein paar Überraschungen gibt es immer noch regelmäßig, doch die sind inzwischen meistens positiv.

Von den Ergebnissen die viele Andere erzielen, bin ich noch weit entfernt. Makellose Kammzüge mit sanften Farbübergängen und perfekt aufeinander abgestimmten Farben... es dauert wohl noch eine Weile, bis ich so weit bin.
Doch wenn ich mir die Ergebnisse der letzten Färbungen anschaue, bin ich zufrieden und auch ein bisschen stolz. Es sind genau die Farben geworden, die ich haben wollte, die Kammzüge sind schön glatt und ließen sich zu gleichmäßigen Zöpfen flechten und zweifelsohne werde ich ganz wundervolle Wolle daraus spinnen können.


Ein besonders interessantes Thema ist ja für mich auch das Färben mit natürlichen bzw. Pflanzenfarben. Begeisterungsfähig wie ich ja nun einmal bin, habe ich schon einmal vorsorglich zusammengetragen und so warten Stockrosenblüten, Blauholz, Rotholz, Galläpfel, Ritterspornblüten u.a. schon darauf, meine handgesponnene Wolle einzufärben. Da ich jedoch stets im Hinterkopf habe, wie viele Stunden am Spinnrad in meiner Wolle stecken, werde ich wohl erst noch einige Bücher wälzen und mich belesen, ehe es ans Werk geht.

Anleitung für Filzhausschuhe mit Strickbündchen

Du brauchst:

50g Filzwolle (LL50m), z.B.
Eskimo von Drops


 
und einen Rest Wolle für das Strickbündchen, z.B. CottonLight von Drops.


Für das Bündchen kannst Du fast jede Wolle nehmen; sehr dünne kannst Du auch 2-4fach nehmen. Das funktioniert beispielsweise mit der Merino superfein von Lana Grossa ganz fantastisch.

Dazu 1 Nadelspiel Stärke 5,0-6,0 und ein Nadelspiel Stärke 2,5-2,75 sowie eine Häkelnadel, eine Schere und eine Nähnadel.

Anleitung:

Für den gefilzten Fußteil 18 Maschen anschlagen, 18 Reihen stricken.

In den nächsten 4 Reihen jeweils 1 Masche am Anfang der Reihe zunehmen. Nun sind 22 Reihen gestrickt und 22 Maschen auf der Nadel.

Diese wie folgt aufteilen: 3 Ma. / 5 Ma. / 6 Ma. / 5 Ma. und die letzten 3 Maschen mit auf die 1. Nadel nehmen.

10- 15 Reihen in Runden stricken; je nach Schuhgröße.

In der Folgereihe bei den beiden Nadeln mit 6 Maschen jeweils die ersten beiden Maschen rechts zusammenstricken; Du hast nun auf jeder Nadel 5 Maschen.

In den Folgereihen nun jeweils die ersten beiden Maschen jeder Reihe rechts zusammenstricken, bis auf jeder Nadel 2 Maschen verbleiben.

Den Faden abschneiden und mit der Nähnadel durch die letzten 8 Maschen führen, zusammenziehen, die Spitze des Fußteils schließen, die Ferse ebenso mit einer kurzen Naht schließen und die beiden Fäden vernähen.

Den zweiten Schuh identisch arbeiten und das Paar bei 60°C in der Waschmaschine ohne Waschpulver filzen. Kurzprogramm genügt; bitte alte Handtücher dazutun.

Die gefilzten Schuhe in Form ziehen und trocknen lassen.

Mit der Häkelnadel 24 Maschen aufnehmen und auf 4 Nadeln verteilen. Wenn der Filz sehr fest ist bohre ich mit einer der Stricknadeln oder einer kleinen Ahle etwas vor, damit die Häkelnadel nicht abbricht und sich die Maschen leichter aufnehmen lassen.

Nun im Wechsel 1 Ma. rechts / 1 Ma. links 20 Runden stricken; vorsichtig bei den ersten 2-3 Runden; das ist etwas straff und ich hole mir den Faden, mit dem ich stricke, manchmal mit der Häkelnadel, damit mir die dünnen Nadeln (ich bevorzuge Bambusnadeln) nicht abbrechen.

Die Arbeit wenden und alle Maschen abketten, den Faden abschneiden und auf der Außenseite vernähen. So entsteht ein schöner Abschluss, wenn das Bündchen umgeschlagen wird.

Zuletzt eine Kordel drehen. Ich fädle dabei meine Nähnadel auf die Hälfte des Fadens und kann nun umso leichter die Kordel durch das Bündchen führen. Das befestigt das Strickbündchen, sieht schön aus und man kann den Sitz des fertigen Schuhs am Fuß regulieren.

Die Kordel-Enden kürzen, verknoten und zur Schleife binden. Fertig.


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Das Wollschaf fragt / Die verstrickte Dienstagsfrage ... im Oktober

Die verstrickte Dienstagsfrage 43/2014 – 28.10.2014

Nutzt Du auf Deinem Smartphone oder Tablet Strick-Apps? Wenn ja, welche und warum, welchen Nutzen haben sie für Dich?

Ich oute mich: In Hinsicht auf moderne Handys, Tablets und Apps hinke ich völlig der Zeit hinterher und meine Uhr tickt unendlich langsam. Nicht, dass ich mich grundsätzlich dagegen sperre- aber ich habe ein uraltes Handy ohne Apps, Internetzugang und sonstiges, das mir völlig ausreicht. Aber ich liebe mein neues Laptop mit dem riiieeesigen Display und nutze Internet, Mails und dergleichen sehr rege. Ich möchte einfach nicht mit gesenktem Kopf durch die Straßen torkeln oder bei einem Café-Besuch, beim Einkaufen, lesen, stricken oder sonstigem hektisch in meiner Handtasche nach meinem dauer-piepsenden und - klingelnden Handy suchen.

Die verstrickte Dienstagsfrage 42/2014 – 21.10.2014

Derzeit erweitere ich immer wieder meine Büchersammlung zum Thema Stricken. Daher interessiert es mich, was eure Bibliothek bisher so beinhaltet. Sind es Musterbücher, Grundlagenbücher, Bücher zu bestimmten Themen wie Socken oder Oberteilen? Sind die Bücher in eurer Muttersprache geschrieben oder nutzt ihr auch andere Sprachen, um eure Erkenntnisse zu erweitern? Habt ihr schon Muster aus den Büchern nachgestrickt, oder war es nur ein Spontankauf und die Bilder sind toll anzusehen? Wie umfangreich ist eure Büchersammlung zu diesem Thema? Müsst ihr die Bücher in den Händen halten können oder habt ihr auch Ebooks? Dann hätte ich noch eine Frage: Habt ihr Zeitschriften-Abos zum Thema Stricken? Sind dies Offline- oder Online-Abos? Oder kauft ihr regelmäßig Strickzeitschriften?  Welche Zeitschriften habt ihr? Gibt es welche, die euch enttäuscht haben?

Ganz einsam liegt ein einziges englisches Noro-Häkelbuch in meinem Zeitschriften-Korb; daneben jedoch einige ganz unterschiedliche Zeitschriften. Meistens spontan gekauft, weil ich genau dieses eine Muster unbedingt ausprobieren wollte- stets ein sehr einfaches, da ich komplizierte Musterraporte über viele Reihen viel zu anstrengend finde. Zweifelsohne sehen die wundervoll aus und ich bewundere jeden, der das kann und die Geduld dazu hat. Ich kann und will es aber nicht. Gelegentlich sehe ich mir auch meine vielen gesammelten PDF-Dateien an und denke dann immer: Ja richtig, das wolltest Du ja auch mal nacharbeiten... Vielleicht schaffe ich das, wenn ich in 20 Jahren in Rente gehe.

Die verstrickte Dienstagsfrage 41/2014 – 14.10.2014

Das Wollsch(l)af hat verschlafen :-( Passend dazu die heutige Diensschlafs…ähhh…tagsfrage: Bist Du schon mal während des Strickens eingeschlafen? Was machst Du, wenn Du müde bist, aber trotzdem noch stricken möchtest?

Der Gedanke liegt gar nicht so fern, da ich ein typischer Bis-in-die-Nacht-Stricker bin. Ich stricke ja sogar nachts als Beifahrer im Auto, wenn es stockdunkel ist. Das sind dann Filzschuhe, bei denen man ja nichts falsch machen kann. Neueste Anschaffung ist allerdings eine biegsame schmale LED-Leuchte mit USB-Anschluss fürs Auto. Hat mein allerliebster Ehemann genehmigt und für gut befunden. Aber abends auf dem Sofa scheint mein Körper in einen Funktions-Modus zu schalten, dass ich stricken kann, bis mir die Finger wehtun. Dann gebe ich Ruhe und gehe ins Bett; Mitternacht ist dann oft schon vorbei.

Die verstrickte Dienstagsfrage 40/2014 – 07.10.2014

Wieder einmal beschwört ein abwertender Artikel über handarbeitende Frauen einen Shitstorm in Netz herauf. Was denkst Du? Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt? Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?

Ich denke, viele fühlen sich deshalb so persönlich angegriffen weil hier deutlich wird: hier schreibt keine gute Journalistin, sondern eine Frau, die das nicht kann, was sie verurteilt. Sie spricht nicht etwa ein Thema an, beleuchtet es von mehreren Seiten, hinterfragt oder gibt gar im Austausch mit anderen die Möglichkeit, sich mit ihr und diesem Thema auseinanderzusetzen. Sie lässt ihre Abwertung und Missbilligung im Raum stehen- und das ist kein guter Journalismus. Anders könnte man das sehen, wenn dort eine Managerin und Karrierefrau schreiben würde und man könnte schmunzelnd sagen: die weiß ja gar nicht, wovon sie schreibt.

Ich fühle mich verletzt, unverstanden und ganz tief in eine Schublade gedrückt. Ich sitze allabendlich- und wann immer es geht- vor meinem Spinnrad, häkle, stricke, filze. Ich backe Cookies, koche Marmelade und nähe Patchworkdecken. Weil es mein Ausgleich zu einem anstrengenden Bürojob ist. Niemand schätzt mich dabei als Vorzeigemami mit Töchterchen, Biogarten und Ökotick ein, denn ich trage Bussineßkleidung, kaufe bei Edeka und habe perfekt manikürte Nägel. Und es fiele mir im Traum nicht ein, Leute mit selbstgemachten Dingen zu beschenken, die sie nicht brauchen. Dafür kann man vorher nach Vorlieben und Wünschen fragen oder es auch ganz bleiben lassen. In meiner Verwandtschaft macht fast niemand Handarbeiten- und man trägt meine Filzhausschuhe, Mohairschals und Handschuhe gerne, liebt mein Gebäck und genießt die besondere Zuwendung. Und das schon ein Leben lang- und nicht seit irgendeiner Do-it-yourself-Welle. Wer so schreibt, konnte wohl noch nie Freude über eigener Hände Arbeit empfinden.

Samstag, 25. Oktober 2014

Projekte im Oktober

26.10.2014

Diese Woche war ich nicht ganz so oft und fleißig am Spinnrad, da ich für meinen Kollegen "nebenbei" zwei Paar Babyschuhchen gestrickt habe; sehr niedlich in rosa und hellblau aus Drops Cotton Delight. Ich werde wohl noch einige auf Vorrat stricken, da ich solche kleinen Teile immer mal mit zwischendurch fertigbekomme; meistens ein Paar pro Fernsehabend.


Heiß begehrt waren diese Woche meine gestrickfilzten Babyschuhe mit Strickbündchen; ich habe kein einziges Paar mehr und muss unbedingt für Nachschub sorgen. Schöne Farben habe ich bei Drops Eskimo gefunden; dazu ist diese Wolle preiswert und filzt ganz wunderbar bei 60°C in der Waschmaschine.


Und schöne Farbverläufe hat die Drops Big Delight. Allerdings ist diese Wolle dünner als meine sonstige Standart-Filzwolle und damit recht gut für die kleinen Baby-Filzschuhe geeignet. Getestet habe ich sie schon und das Filzergebnis gefällt mir sehr gut. Nun muss ich nur noch die Strickschrift in Maschen- und Reihenzahl anpassen.

Gesponnen habe ich auch ein bisschen;


17.10.2014

Meine Lieferung aus England... die natürlich nicht einmal eine Woche als Kammzug überlebt hat und schon längst versponnen ist.


und fantastische selbst gefärbte Kammzüge, die ich versponnen habe.

Vielleicht verstricke ich diese 3 Farbtöne (Jeansblau / Tannengrün / Traubenviolett) zusammen, da sie fantastisch miteinander harmonieren. Diesen Eindruck hatte ich direkt nach dem Färben noch gar nicht; das Grün erschien mir etwas blass und kühl- es hat jedoch enorm durch den Seidenanteil gewonnen. Und das tolle Jeansblau habe ich einer kleinen Beimischung von Braun zu verdanken, die in das Wasser gegeben habe, als es noch nicht heiß genug war. Diese etwas milderen Farben gefallen mir auch gerade auf der etwas rustikaleren Shetlandwolle/Tussahseide-Mischung besonders gut.


11.10.2014

Meine ersten Versuche, selbst gesponnene Neuseelandlamm-Wolle zu färben, sind zu meiner vollen Zufriedenheit gelungen. Ich hatte vorab einfach etwas Sorge, dass zum Einen die Farbe nicht gleichmäßig aufgenommen und meine Wolle fleckig wird. Zum Anderen habe ich heftiges Verfilzen befürchtet; ich erinnerte mich noch an meinen traurigen allerersten Färbeversuch. Aber ich habe die Wolle im handwarmen Wasser aufgesetzt, kaum im Topf bewegt und nicht sprudelnd kochen lassen.
Die erste Färbung in einem Farbton zwischen Grau und Petrol gefällt mir ausgesprochen gut; ebenso das kräftige Magenta, das ich mit gut zusammen mit Grau verstrickt vorstellen kann.


04.10.2014

Der Monat beginnt bunt-

 
mit einem Strang Merinowolle in rot-orange; besonders dick und fluffig,


ein Strang BFL in hellblau-grün, handgefärbt


eine Merino-Tussahseide- Mischung in zarten Pastelltönen,


eine Jakobswolle Multi, in graumeliert mit weiß,

 
eine Merino-Leinen-Mischung in rot-schwarz-weiß,

 


Dienstag, 30. September 2014

Das Wollschaf fragt / Die verstrickte Dienstagsfrage ... im September

Die verstrickte Dienstagsfrage 39/2014 – 30.09.2014

Hattest Du schon mal eine Phase akuter Strickunlust? Wenn ja, was hast Du dagegen unternommen? Oder hast Du einfach abgewartet, bis die Phase vorüber war? Wie lange hat die Phase angedauert? Was hast Du in dieser Zeit stattdessen gemacht? Gibt es Gründe, woran es gelegen haben könnte?

Eigentlich habe ich nie generelle Strickunlust; vielmehr arbeite ich nicht gerne an ewig dauernden Projekten. Etwas Neues fange ich dagegen nur allzu gerne an. Besonders dann, wenn ich ein tolles Garn dafür habe. Das sehe ich dann einfach zu gerne auch verstrickt. Momentan stricke ich auch nur sehr wenig, da mir das Spinnen mehr Spaß macht und mehr entspannt.

Die verstrickte Dienstagsfrage 38/2014 – 23.09.2014

Heute ist Herbstanfang, die Tage werden kürzer und kälter und wer nicht sowieso schon ganzjährig die Nadeln schwingt, bekommt jetzt richtig Lust auf’s Stricken. Was sind Deine Herbst-Strickpläne, welche Projekte stehen in den nächsten Wochen und Monaten auf Deiner to-do-Liste? Oder lässt Du Dich einfach treiben und strickst, was Dir gerade über den Weg läuft?

Bei mir stehen (notwendigerweise) vor allem meine „unvollendeten Projekte“ auf der Liste ganz oben. Vor allem die angestrickten Schals. Aber zu allererst die Handschuhe für Kami, Handschuhe für mich, zwei Paar Babyschuhchen für einen Kollegen… und dann die geplanten Weihnachtsgeschenke. Wer etwas handgemachtes bekommt- und was. Im letzten Jahr wurden die Meisten mit gestrickfilzten Hausschuhen und feinen Mohairschals beglückt; in diesem Jahr kann ich ja zu handgesponnener Wolle greifen.

Die verstrickte Dienstagsfrage 36/2014 – 02.09.2014

Hi liebes Wollschaf! Beim Häkeln in Runden, mit Kettmasche in die erste Masche der Vorrunde, habe ich immer das Problem, dass die Naht ganz schief wird. Egal ob ich die Luftmasche als erste Masche zähle und erst in der zweiten Masche beginne, oder ob ich gleich neben der Luftmasche in der ersten Masche beginne, die Naht wird immer schief. Vielleicht weiß jemand Rat?

Wie jeder, der häkelt, kenne auch ich dieses Problem. Und irgendwo in den Tiefen abgespeicherter Unterlagen finde ich bestimmt auch die Lösung. Gehört eben zu den vielen Dingen, die man sieht und sich sagt: Irgendwann brauchst Du das mal- also erst einmal abspeichern.

Projekte im September

29.09.2014
 
Neuseeland-Lamm-Wolle habe ich diese Woche 200g versponnen; vielleicht finde ich am Wochenende endlich mal Zeit, sie zu färben.   

 

Für ein paar Babyschuhchen habe ich feine Merinowolle gemischt und zu einem luftigen Batt kardiert, versponnen und verstrickt. Das wird ein hübsches Geschenk! Für die nächsten muss ich mir aber auf jeden Fall mal etwas Wolle vorbereiten. Dann habe ich auch mehr Zeit dafür und kann sie schön dünn und gleichmäßig verspinnen. Ist auch immer ganz schön, wenn man so ein kleines Geschenk auf Vorrat hat.
 
 
Etwas überrascht hat mich die Corridale-Wolle Multi, die ich diese Woche versponnen habe. Im Kammzug erschien sie mir noch etwas rauh und fest, doch versponnen ist eine schöne weiche Wolle daraus geworden. Die verschiedenen  Naturfarbtöne ergeben versponnen eine schöne Mischung.
 
26.09.2014
 
Unter der Woche war ich hauptsächlich damit beschäftigt, große Spulen zu füllen, dicke Stränge zu verzwirnen und zu haspeln. 300g BFL in einem hellen grau-braunen Farbton sind fertig geworden und für den heutigen Abend liegen 3 Spulen handgefärbte Wolle zum verzwirnen bereit. Hellgrün/Lavendel, Hellgrün/Aubergine und Hellgrün/Pink hatte ich gefärbt und ich bin schon auf die fertige Wolle gespannt.
 
Aber auch 5 Ministränge sind zwischendurch fertig geworden. Merino/Tussahseide/Leinen, Merino/Babykamel, Cashmere, BFL hellbraun und Shetlandwolle braun. Die Mischung mit Babykamel hat es mir besonders angetan. Sie ließ sich so wunderbar verspinnen und hat einen karamelligen Farbton. Was für ein Hautschmeichler!
 
14.09.2014
 
Auch diese Woche ist wieder einiges fertig geworden. Zwei Paar Filzhausschuhe, ein Paar Babyfilzschuhe mit Strickbündchen (hab ich ganz vergessen zu fotografieren...), ein Strang reine Shetlandwolle in herrlichem Zartbitter-Schokoladen-Braun, zwei Stränge reine Shetlandwolle in Caramell-Grau-Naturtönen und zwei kleine Stränge reine Merinowolle in hellem Grau mit zwei verschiedenen Rosé-Tönen. Die passen zu meinem (angefangenen) Schal aus Katia Kid Mohair und sollen sich noch in kuschelige Handschuhe verwandeln.
 
 
 
 
Außerdem habe ich es endlich geschafft, meine ersten Materialproben zu spinnen (die ich katalogisieren will). Ich habe dazu einen separaten Post mit den ersten ausführlichen Beschreibungen eingestellt.
 
 
05.09.2014
 
Schon wieder ist fast eine Woche vorüber, aber es ist wenigstens etwas wärmer geworden und sonniger und das ist gut für mein Gemüt. Mein allabendliches Spinnen ist ein wunderbarer Ausgleich zur vollen Konzentration, nach der mein Bürojob verlangt, Hier kann ich meine Gedanken schweifen lassen und entspannen; ich beruhige mich, wenn ich aufgeregt oder unwillig bin.
  
Himbeersorbet... ist die gleiche Mischung wie das "Pfirsichsorbet" in der Farbkombination pink, rosa und weiß und ich hatte Lust bekommen, diese Wolle zu verspinnen, als mir mein lieber Mann die letzten süßen Himbeeren aus unserem Garten brachte. Es waren nur ein paar wenige, aber soo süß und lecker! 100g / 240m LL
  
01.09.2014
 
Der erste Tag im September... und so grau das Wetter auch ist- von meinem Spinnrad kommt eine super weiche Wolle/Seide-Mischung in dieser herrlichen Farbkombination. Ich hatte fast etwas sorge, dass die einzelnen Farben zu einem "Smootie" verschwimmen, aber beim genauen hinsehen sind sie schön erkennbar; auch die fein eingemischte Seide, die einen dezenten Glanz einbringt. 
 
  
Pfirsichsorbet... ist eine Mischung aus 70% feiner Merinowolle und 30% Seide; mit feinem Glanz, zweifädig verzwirnt zu einer schmuseweichen Wolle.
Ein sanftes Zusammenspiel von zartem gelb, rosa, lachs und korallenrot. Ideal in der Kombination mit einem unifarbenen Garn in einer der eingemischten Farben.
 
Ich gebe meiner Wolle ja gerne schöne Namen und habe da auch immer neue Ideen. Aber etwas schönes, das grau aussieht? Nicht wirklich einfach. Bei dieser Wolle dachte ich an einen kuscheligen Pulli mit dickem Kragen, den man an einem regnerischen kühlen Novembertag überzieht. 
 
 
 
Novemberregen... ist eine Mischung aus 70% Shetland-Wolle in naturgrau und 30% Tussahseide in weiß, zweifädig verzwirnt. Genau richtig für schöne Outdoor-Strickteile- und dabei trotzdem schön weich.
 
 
Frühlingslämmchen... ist eine Mischung aus 90% Neuseeland-Lamm-Wolle in naturweiß mit eingearbeiteten Fasern in helllila, dunkellila und grüner Merinowolle sowie apfelgrüner Maulbeerseide. Erinnert mich ein bisschen an lila Krokusse, die im Frühling aus der Wiese sprießen...  
 
Sommerlämmchen... ist eine Mischung aus 90% Neuseeland-Lamm-Wolle in naturweiß mit eingearbeiteten Fasern in allen Farben des Regenbogens aus Merinowolle.

Sonntag, 28. September 2014

Versponnene Zuckerwatte

In unserer Verwandtschaft gibt es ein niegelnagelneues Baby- ein kleines Mädchen. Hach, welch schöne Gelegenheit, ein Paar klitzekleine Babyschuhchen zu stricken und zu verschenken! Eben eine kleine Aufmerksamkeit zur Geburt und ein bisschen persönlicher, als nur eine SMS oder Nachricht auf Facebook.

Da ich (meiner Meinung nach) nicht die passende Wolle zu Hause hatte, habe ich eine -meine allererste- Mischung auf dem Blending Board gemacht.




Meine Tochter rief voller Begeisterung: "Oh, die sieht ja aus wie rosa Zuckerwatte! Was für ein duftiges zartes Wölkchen aus Wolle!" Das Batt war schnell versponnen, gebadet und zum trocknen aufgehängt - und heute schon angestrickt.

 
Die fertige Wolle ist nun doch etwas kräftiger in der Farbe, als ich erwartet hatte und vielleicht auch nicht meine gleichmäßigste, aber es ist kuschel-weiche Merino und die kleinen Schuhchen werden die Babyfüße schön warm halten.

 
Heute noch fertiggestrickt und verpackt und dann machen sie sich schon auf den Weg zu einem kleinen Mädchen. Hmmm... den Namen weiß ich leider noch nicht einmal.

Montag, 22. September 2014

Endlich einfach verzwirnen

Anfangs war es nur eine kleine Plastikkiste mit einer Stricknadel: meine LazyKate. Die Nadel rutschte regelmäßig raus, die Spule fiel herunter oder drehte zu schnell, die Kiste kippte um- irgendetwas war immer.

Davon hatte ich genug und nun habe ich diese verbesserte Variante, die mir gefällt und funktioniert. 


Dienstag, 16. September 2014

Wolle filzen

Heidschnucke

Diese Wolle lässt sich nur sehr schwer verfilzen. Sie ergibt auch nach dem Filzen und Walken ein lockeren und dennoch steifen Filz; die langen abstehenden Haare lösen sich bei Beanspruchung ab.

Coburger Fuchsschafwolle

Bei dieser Wolle braucht es am meisten Kraft und Zeit, um einen fertigen Filz zu bilden. Dieser ist biegsam mit hohem Lufteinschluss und etwas dehnbar.

Braunes Bergschaf

Diese Wolle ist sehr gut zum Filzen geeignet, da sie ohne große Anstrengung und Zeitaufwand zu verarbeiten ist.

Rauhwolliges Pommernsches Landschaf (RPL)

Sie lässt sich relativ schnell und problemlos verfilzen; die Oberläche des fertigen gefilzten Teils ist relativ glatt, doch es stehen Fasern von der Fläche ab, die zum fusseln neigen. Die Färbung ergibt eine meliert wirkende Oberfläche, deren Farbtöne von weiß über grau bis schwarz reichen. Besonders charakteristisch sind die schwarzen Grannenhaare, durch die das Filzstück recht rustikal wirkt.

Skudde

Wie auch die Wolle des Rauhwolligen Pommernschen Landschafes ist die Skuddenwolle eine Mischwolle. Skuddenwolle filzt sehr schnell mit gleichmäßiger Oberfläche und bildet einen dichten Filz, der in sich steif und fest ist. Die leicht gewellten Grannenhaare stehen von der Oberfläche ab und können ganz leicht aus dem Filz gezogen werden. Bevorzugt eignet sich die Skuddenwolle zum Filzen von Teppichen oder Sitzkissen.

Steinschafes

Das Filzen mit Steinschafwolle ist mit sehr viel Kraft- und Zeitaufwand verbunden; und das Ergebnis durch das starke Herausfallen der Grannenhaare  nicht zufriedenstellend. Steinschafwolle bildet einen dicken Filz mit hohem und gleichmäßiger Oberfläche. Die kratzigen, leicht gewellten Grannenhaare stehen von der Oberfläche ab und können leicht aus dem Filz gezogen werden. 

Deutsche Merino

Die Wolle des deutschen Merinoschafes ist die Wolle, die von den hier genannten am schnellsten filzt. Sie ergibt einen sehr dichten Filz und das Probefleckchen fühlt sich weich und biegsam an. Es stehen keine Fasern ab und die feinen Wollfasern haben sich alle miteinander verfilzt.

Australische Merino

Die Wolle des Australischen Merinoschafes hat den größten Schrumpfungsgrad; sie ergibt einen sehr weichen, geschmeidigen Filz.