Donnerstag, 12. September 2019

KARDIEREN Teil 1 - ein mehrfarbiges Garn

Bei den verschiedenen Lieferanten von Kammzügen kann man heute eine enorme Anzahl von ein- oder mehrfarbigen Kammzügen einkaufen; die größte Auswahl hat man bei australischer, polnischer und südamerikanischer Merinowolle und Bergschafwolle. Die kann man wunderbar miteinander kombinieren und sich daraus ein Batt für das Wunschgarn kardieren- und ich zeige Euch einmal, wie ich das mache. 

Verwendet habe ich für mein Beispiel unifarbene Merinowolle und den Ashford Wide Drum Carder; andere Wolle und Kardiermaschine gehen natürlich ebenso gut.









Zur Vorbereitung habe ich von meinen unifarbenen Kammzügen ca. 20cm lange Stücke abgeteilt. Zieht die Kammzüge dafür auseinander und sortiert sie nach Farben. Bitte auf keinen Fall schneiden! Die abgebildete Menge reicht für mehrere Batts.


Nun kann das Kardieren beginnen. Ich gebe die Wolle immer von oben auf die große Trommel. So kann ich viel besser dosieren und verteilen. Ist z.B. von einer Farbe zu viel auf der Walze gelandet, lässt sich das mit der Ahle einfach wieder abnehmen.


Für ein gleichmätig melierte Garn gebe ich die abgebildeten Farben im steten Wechsel auf die Walze. Auf den Wide drum Carder passen bis zu 100, manchmal sogar 130g Fasern. Natürlich kann man auch weniger Material verarbeiten und entweder ein dünneres oder schmaleres Batt kardieren.


Ist genug Materialauf der großen Walze, so drehe ich sie mit der Metallschine nach oben, die Anfang und Ende des Kardierbelages abdeckt. Die Ahle entlang der Schiene führen; die Spitze bleibt auf dem Metall, während man den Griff nach oben, von der Walze weg bewegt. So teilt man die Fasern entlang der Schiene.



Die Fasern nach rechts (von der Maschine weg)n klappen, das Batt umfassen und von der Maschine weg ziehen. Dabei die Fasern ggf. mit der Ahle vom Kardierbelag lösen- die Walze dabei langsam drehen, bis sich das Batt komplett gelöst hat.



Man kann das Batt nun zusammenlegen und/oder aufrollen, oder direkt weiterverarbeiten.


Zum Verspinnen habe ich es hier längs in mehrere schmale Streifen geteilt und aufgerollt. So hat man jeweils eine handliche Menge, die sich gut verarbeiten lässt.


Hier nun ein Blick auf die Spule mit dem Singlefaden und rechts auf das fertige Garn.


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