Als ich gestern Danielas Wocheninspiration las, dachte ich sofort: Ja, ich erinnere mich nur allzu gut!
Es ist knapp ein Jahr her, dass sich Kolumnistin Ursula Ott in einem Beitrag fürchterlich dumm und arrogant über uns Strick- und Häkelfans ausgelassen hatte. Man konnte beim lesen der Kommentare und Beiträge in unzähligen Blogs die wuselige Aufregung und Verärgerung spüren und fast die Empörung und ein lautes Raunen hören, die durch die Reihen der Kreativen gingen.
Auch ich konnte nicht mehr den Mund halten und brabbelte ungehalten und beleidigt vor mich hin. Was ist denn bitte daran deprimierend, wenn jemand auf einer Buchmesse sein Do-it-yourself-Buch vorstellt? Ich würde gerne mal den Verlag kennenlernen, von dem man hört, dass er die Umsätze aus Büchern rund ums Stricken, Häkeln & Co. nicht braucht.
Die Klatsche kam prompt, denn Frau O. bekam ihr Feedback- allerdings sah das anders aus, als sie es sich wohl erhofft hatte. Nein, Frau war nicht begeistert und tat es offen und ausführlich kund. Hatte doch mal wieder jemand über ein Thema geschrieben, von dem er keine Ahnung hatte, denn ein einzelner Pulli mit 15... - ist das fachliche Kenntnis? Ein Witz.
Aber genug von dem Beitrag von damals.
Daniela hat die Lesung von Martina Behm von Strickmich beim Wollfestival in Hamburg aufgegriffen und damit den folgenden Beitrag: Stricken in schwierigen Zeiten – oder auch: Draußen geht die Welt unter – und ihr sitzt hier und strickt. Tickt ihr noch ganz richtig?
Ich habe den Beitrag gerade gelesen und wollte nur immer nickend rufen: Ja, ja- genau so ist es! Beispielsweise wenn ich lese: "Leute, die sich lieber stundenlang einen Schal stricken als sich für 9 Euro 95 einen im Supermarkt zu kaufen. Hier muss man nichts erklären, hier muss man auch nicht begründen, warum ein Paar Socken, in dem 10 Stunden Arbeit und 35 Euro fürs Garn stecken, eben so viel besser sind als das Paar, das ich mir eben schnell im Internet bestellen kann."
Auch Martina Behm nimmt Anstoß am Beitrag von Frau O. und Bezug darauf. Ich werde erinnert an den Satz: "Während Männer Netzwerke knüpften und Erfolge feierten, würden Frauen bloß Masche an Masche reihen" von Frau O. Hat die eine Ahnung... rutscht mir heraus. Denke dabei an meinen Mann, der auch in einer gehobenen Führungsposition ist und ganz ehrlich: Nie käme es ihm in den Sinn, auch noch die wenige Freizeit für berufliche Kontakte und Netzwerke zu verschwenden. Am Strand Volleyball spielen, Rad fahren, Freunde treffen, Tanzen gehen; er hat nicht mal ein Problem damit, mit mir Wollfeste zu besuchen oder auf Märkten an Ständen mit Wolle und Gestricktem zu verweilen.
"Hier haben wir mal wieder den Fall, dass etwas, das insbesondere Frauen gerne tun, als minderwertig und blöd dargestellt wird. Eben weil Frauen es gerne tun. Denn wenn nur Frauen es tun, dann muss es ja dümmlich sein, nicht wahr?" Ja, ja- rufe ich wieder vor mich hin. Ich bin ja so dumm, weil ich stricke, häkle und spinne und habe meinen Job als kaufm.-techn. Assistentin bestimmt nur Glück und Zufall zu verdanken und war in der Vergangenheit Abteilungsleiterin und Geschäftsführerin, weil ich mich verstellt, meine gestrickten Schals versteckt und mich jahrelang gnadenlos gut verstellt habe...
Nein, Handarbeiten machen keine dummen Leute, sondern Büroangestellte, Ingenieurinnen, Lehrerinnen. Sie geben nicht mehr Geld für ihr Hobby aus als mancher Mann für sein Motorrad, Taucherausrüstung oder Briefmarkensammlung.. Sie verbringen damit nicht mehr zeit, als andere mit Lesen, Wandern oder Sport.
Aber richtig; zurück zum Thema: Draußen geht die Welt unter, und ihr sitzt hier und strickt.
Tickt ihr noch ganz richtig?
Man kann keine Nachrichten mehr sehen, Zeitung lesen oder das Radio aufdrehen, ohne von Katastrophen, Flüchtlingen, Brexit, Donald Trump und Erdbeben zu hören. Und währenddessen sitzen wir zu Hause und stricken, häkeln, färben, spinnen und machen einen auf heile Welt. Ja, und ich brauche diese kleine heile Welt, in der ich der Bestimmer bin. Genau wie Martina es beschreibt. Egal, ob langsam oder innehalten und auch mal stillstehen- meine kleine ruhige, freundliche wollig-weiche-kuschelig-bunte Welt dreht sich so, wie ich es will. Langsam und entschleunigt. Ganz ruhig summt mein Spinnrad, klappern die Nadeln, köchelt der Farbsud oder näht meine Maschine Stich für Stich. Keiner redet mir rein, treibt mich an, ich komme zur Ruhe und bin gut gelaunt.
"Wenn wir Strickerinnen wüssten, dass morgen die Welt untergeht, würden wir heute noch ein paar Babysocken anschlagen."
Ich habe unser Nichte einen Poncho genäht und Mütze und Stulpen dazu gestrickt. Allein das Material hat wohl 2- 3 Mal so viel gekostet, wie ein Set im Laden gekostet hätte. Aber die Sachen von mir sind einmalig; niemand sonst hat sie noch einmal. Es passt perfekt und schenkt so viel Wärme und Freude. Und die hatte ich auch, als ich den Fleecestoff in Händen hielt, die Farben aussuchte, die kuschelige Wolle gesponnen hatte. Dann noch eine passende Bommel für die Mütze aussuchen, ein kleines Knöpfchen aufnähen und alles in buntes Seidenpapier einschlagen. Zuletzt natürlich lilafarben verpacken, weil die Kleine Maud doch lila so sehr liebt.
Und ich liebe diesen Gegenpol zu meinem Job mit Zahlen und Tabellen, Projekten und Telefonaten, Stundenerfassung und Monatsabschluss. Etwas schaffen, herstellen. Mit eigenen Händen. Mich macht das glücklich! Mich macht es glücklich, etwas zu verschenken und zu teilen und so viel Freude zurück zu bekommen. Ein verschenkter Strang Wolle, ein genähter Poncho, eine gestrickte Mütze.
"Unsere wahre Aufgabe ist es glücklich zu sein!" sagt der Dalai Lama. Na bitte.
Mittwoch, 14. September 2016
Dienstag, 13. September 2016
Mütze & Stulpen... "EISPRINZESSIN"
Passend zu Kami´s Poncho habe ich ihr noch eine Mütze und ein Paar kleine Handstulpen gestrickt. Ich hatte reichlich Garn kardiert und versponnen und das war für den Rollkragen deutlich zu viel. Deshalb dachte ich mir: ein Set mit Mütze und Handstulpen würde doch perfekt dazu passen.
Beides ist auch für Strick-Anfänger absolut einfach nachzuarbeiten! Wer rechte und linke Maschen, einfache Umschläge, zwei Maschen rechts zusammenstricken und einfaches abketten kann, hat hier keine Probleme.
Anleitungen
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Material: Merinowolle (hier: kardiert und handgesponnen), LL 100g / 180m meliert und unifarben blau, kleine Reste in dunkelblau und lila, 1 Nadelspiel 2.75, 1 Nähnadel, 1 Schere
01. Runde: 72 M re.
02. Runde: 2 M re. zusammenstricken, 7 M re. (noch 7 Mal wiederholen)
03. Runde: 64 M re.
04. Runde: 2 M re. zusammenstricken, 6 M re. (noch 7 Mal wiederholen)
05. Runde: 56 M re.
06. Runde: 2 M re. zusammenstricken, 5 M re. (noch 7 Mal wiederholen)
07. Runde: 48 M re.
08. Runde: 2 M re. zusammenstricken, 4 M re. (noch 7 Mal wiederholen)
09. Runde: 40 M re.
10. Runde: 2 M re. zusammenstricken, 3 M re. (noch 7 Mal wiederholen)
11. Runde: 32 M re.
12. Runde: 2 M re. zusammenstricken, 2 M re. (noch 7 Mal wiederholen)
13. Runde: 24 M re.
14. Runde: 2 M re. zusammenstricken, 1 M re. (noch 7 Mal wiederholen)
15. Runde: 16 M re.
16. Runde: 2 M re. zusammenstricken (noch 7 Mal wiederholen)
Bei den Stulpen habe ich 32 Maschen angeschlagen und 25 Runden Bündchen 2 re. / 2 li. aus dem melierten Garn gestrickt und zwei Runden in dunkelblau. Für den Daumenkeil habe ich in jeder 2. Runde 2 Maschen zugenommen, und zwar so (Die Umschläge werden dabei in den Folgerunden rechts verschränkt gestrickt, damit keine Löcher entstehen.):
1. Runde: 32 M re.
2. Runde: 15 M re., 1 Umschlag, 2 M re., 1 Umschlag, 15 M re.
3. Runde: 34 M re.
4. Runde: 15 M re., 1 Umschlag, 4 M re., 1 Umschlag, 15 M re.
5. Runde: 36 M re.
6. Runde: 15 M re., 1 Umschlag, 6 M re., 1 Umschlag, 15 M re.
7. Runde: 38 M re.
8. Runde: 15 M re., 1 Umschlag, 8 M re., 1 Umschlag, 15 M re.
So weiterstricken, bis sich die Maschenzahl auf 46 erhöht hat. Die 16 Maschen des Daumenkeils stilllegen, also auf eine Hilfsnadel. In der Folgerunde werden die Maschen wieder auf 4 Nadeln verteilt und gegenüber dem Daumenkeil 2 Maschen neu aufgenommen, um wieder mit 32 Maschen und damit einer bequemen Weite weiterstricken zu können:
1. Nadel: 8 M re.
2. Nadel: 7 M re., 1 M aufnehmen
3. Nadel: 1 M aufnehmen, 7 M re.
4. Nadel: 8 M re.
In den folgenden 8 Runden alle 32 M re. stricken, anschließend 2 Runden in lila und danach abketten. Nun die stillgelegten Maschen des Daumenkeils aufnehmen und abketten; alle Fäden vernähen. Damit rechts und links nicht verwechselt werden, habe ich kleine Kordel-Schleifen angeknotet.
Schmuseweich...
Ich habe ja wieder mal eine "Naturfarben-Phase" und hatte gerade für das Färben mit Pflanzenfarben einige Stränge aus wunderbar weicher argentinischer Merino (naturweis, ungebleicht und mulesingfrei) versponnen. Wie toll die immer nach dem Entspannungsbad aufflufft (Sagt man das so? Der verzwirnte Faden wird dann zwar bis zu 10% kürzer, aber auch ganz luftig und voluminös und das Strickstück daraus auch.) und das ist ein riesiger Unterschied zwischen vor und nach dem Bad.
Da ich nun aber ein so farblich unspektakuläres Garn verwendet habe, wollte ich nicht nur glatt rechts mit einem Bündchen stricken, sondern einen kleinen Hingucker einarbeiten. Das habe ich dann so umgesetzt:
Der Stiel der Ranke ist in Form einer einzelnen rechten Masche über mehrere Runden (zwischen je 5 linken Maschen rechts und links davon) eingestrickt; die Noppen sind nachträglich aufgestickt.
Anleitung:
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Material: 100g Merinowolle (LL 170m/100g), 1 Nadelspiel 4.0, 1 Nähnadel, 1 Schere
Angeschlagen habe ich 81 Maschen und über 15 Runden ein Bündchen mit 2 M re. / 2 M li. gestrickt; ausgenommen die ersten 11 Maschen jeder Runde. Die bestehen aus 5 M li. / 1 M re. / 5 M li. und bilden die Grundlage für die gestrickte bzw. aufgestickte Blütenranke.
Runde 1 bis 15:
1. Nadel: 20 M (2 M re. / 2 M li.)
2. Nadel: 5 M li., 1 M re., 5 M li., 10 M (2 M re. / 2 M li.)
3. Nadel: 20 M (2 M re. / 2 M li.)
4. Nadel: 20 M (2 M re. / 2 M li.)
Runde 16 bis 26: 1. Nadel: 20 M re., 2. Nadel: 5 M li., 1 M re., 5 M li., 10 M re., 3. Nadel: 20 M re., 4. Nadel: 20 M re.
Runde 27 bis 31: 20 M re., 11 M li., 50 M re.
Im weiteren Verlauf verringert sich in jeder 3. Runde die Anzahl der linken Maschen um 2; gleichzeitig erhöht sich die Anzahl der rechten Maschen um 2. Dies erreicht man durch eine zusätzliche rechte Masche vor der letzten und nach der ersten Masche bzw. das zusammenstricken der letzten rechten mit der ersten linken Masche (überzogen) und letzten linken mit der ersten rechten Masche (einfach). Klingt komplizierter, als es ist; wichtig ist ein Maschenmarkieren vor der ersten Masche einer jeden Runde und genaues Runden-Zählen, damit das Feld der linken Maschen gleichmäßig schmaler wird.
Runde 32: 19 M re., 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 1 M wie zum rechts stricken abheben, 1 M re., die abgehobene über die rechte Masche ziehen, 9 M li., 2 M rechts zusammenstricken, 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 49 M re.
Runde 33 bis 34: 21 M re., 9 M li., 51 M re.
Runde 35: 20 M re., 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 1 M wie zum rechts stricken abheben, 1 M re., die abgehobene über die rechte Masche ziehen, 7 M li., 2 M rechts zusammenstricken, 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 50 M re.
Runde 36 bis 37: 22 M re., 7 M li., 52 M re.
Runde 38: 21 M re., 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 1 M wie zum rechts stricken abheben, 1 M re., die abgehobene über die rechte Masche ziehen, 5 M li., 2 M rechts zusammenstricken, 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 51 M re.
Runde 39 bis 40: 23 M re., 5 M li., 53 M re.
Runde 41: 22 M re., 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 1 M wie zum rechts stricken abheben, 1 M re., die abgehobene über die rechte Masche ziehen, 3 M li., 2 M rechts zusammenstricken, 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 52 M re.
Runde 42 bis 43: 24 M re., 3 M li., 54 M re.
Runde 44: 23 M re., 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 1 M wie zum rechts stricken abheben, 1 M re., die abgehobene über die rechte Masche ziehen, 1 M li., 2 M rechts zusammenstricken, 1 M aus dem Querfaden rechts herausstricken, 53 M re.
Runde 45: 25 M re., 2 Maschen rechts zusammenstricken, 54 M re. (Von nun an werden alle Maschen rechts gestrickt.)
Runde 46 bis 66: alle 80 M re.
ab Runde 67 mit den Abnahmen beginnen:
67. Rd.: *2 M. re. zusammenstricken, 8 M. re.*, zwischen ** insgesamt 8 Mal wiederholen
68. Rd.: alle M. re. (18 M. auf jeder Nadel)
69. Rd.: *2 M. re. zusammenstricken, 7 M. re.*, zwischen ** insgesamt 8 Mal wiederholen
70. Rd.: alle M. re. (16 M. auf jeder Nadel)
71. Rd.: *2 M. re. zusammenstricken, 6 M. re.*, zwischen ** insgesamt 8 Mal wiederholen
72. Rd.: alle M. re. (14 M. auf jeder Nadel)
73. Rd.: *2 M. re. zusammenstricken, 5 M. re.*, zwischen ** insgesamt 8 Mal wiederholen
74. Rd.: alle M. re. (12 M. auf jeder Nadel)
75. Rd.: *2 M. re. zusammenstricken, 4 M. re.*, zwischen ** insgesamt 8 Mal wiederholen
76. Rd.: alle M. re. (10 M. auf jeder Nadel)
77. Rd.: *2 M. re. zusammenstricken, 3 M. re.*, zwischen ** insgesamt 8 Mal wiederholen
78. Rd.: alle M. re. (18 M. auf jeder Nadel)
79. Rd.: *2 M. re. zusammenstricken, 2 M. re.*, zwischen ** insgesamt 8 Mal wiederholen
80. Rd.: alle M. re. (6 M. auf jeder Nadel)
81. Rd.: *2 M. re. zusammenstricken, 1 M. re.*, zwischen ** insgesamt 8 Mal wiederholen
82. Rd.: alle M. re. (4 M. auf jeder Nadel)
83. Rd.: 2 M. re. zusammenstricken, insgesamt 8 Mal wiederholen
Faden auf 20cm Länge abschneiden und mit einer Nähnadel durch die verbleibenden 8 M. ziehen; Mütze wenden, Loch mit wenigen Stichen schließen und den Faden unsichtbar vernähen- Anfangsfaden ebenfalls.
Pflanzenfärben... mit Blauholz (6)
Im ersten Zug habe ich beige Brazilwolle gefärbt, im zweiten Zug weiße Merinowolle. Die Färbungen auf beiger oder hellgrauer Wolle ergibt immer etwas sanftere Farben und das mag ich total gerne.
Ich habe Blauholzextrakt verwendet, was das aufwändige auskochen der Späne und somit viel Zeit spart.
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Der Blutholzbaum
(Haematoxylum campechianum), auch Blauholzbaum oder Campechebaum genannt, ist
eine Pflanzenart, die zur Unterfamilie der Johannisbrotgewächse
(Caesalpinioideae) gehört. Er ist in Zentralamerika und dem nördlichen Teile
von Südamerika sowie auf Karibischen Inseln heimisch. Er liefert das Blauholz,
das wichtigste von allen Farbhölzern. Der Blutholzbaum wächst als immergrüner Baum
oder Strauch mit Wuchshöhen von 3 bis 10 Meter. Er besitzt ein rotes Kernholz,
daher der botanische Gattungsname und der deutsche Trivialname Blutholzbaum.
Das Holz riecht etwas nach Veilchen, die Borke ist hellgrau. Der das
Färbevermögen bedingende Stoff des Blauholzes ist das Hämatoxylin; es bildet im
reinsten Zustand fast farblose Kristalle, die aber an der Luft bald rötlich
werden und schließlich in den eigentlichen Farbstoff, das Hämatein übergehen. Im
frisch geraspelten Blauholz ist dieser Farbstoff nur in geringer Menge
entwickelt; man lässt es deshalb an der Luft fermentieren. Blauholz kann zum
Färben von Wolle, Baumwolle, Leinen und Seide verwendet werden. Je nach
zugesetztem Salz erhält man verschiedene Farbtöne: Alaun ergibt blau, Zinn
violett und Kupfer, Chrom und Eisen ergeben schwarze Farbtöne. Schwarz gefärbte
Stoffe sind sehr lichtecht. Auch zum Färben von Leder, Papier, Federn, Holz und
anderen natürlichen Stoffen werden Blauholzextrakte eingesetzt. Montag, 12. September 2016
Buchtipp "ZOPFMUSTER"
200 Strickanregungen
Autor: Trisha Malcolm (Autor),
Helene Weinhold (Übersetzer) Verlag: Knaur Kreativ (6. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
ISBN-10: 3426647486
ISBN-10: 3426647486
ISBN-13: 978-3426647486
Größe: 13,5 x 2,3 x 29,0 cm
Größe: 13,5 x 2,3 x 29,0 cm
Preis: 24,95€ (gebraucht z.B. bei booklooker / eBay u.a. deutlich günstiger)
Ich habe meine Sammlung von Strickmuster-Büchern ergänzt und mir eines zum Thema Zopfmuster zugelegt. Wie bereits das Buch "Grundstrickmuster" handelt es sich auch hier um ein Buch von Carla Scott, das aus dem englischen übersetzt wurde. Unterteilt ist das Buch in 5 Kategorien:
1) Einfache Zopfmuster
2) Rhomben und kunstvoll verschlungene Muster
3) Zöpfe
4) Flächenmuster
5) Musterkombinationen
Jede Seite zeigt 1- 2 Muster und die Fotos zeigen jeweils eine komplette gestrickte Maschenprobe. Dies ist ein deutlicher Vorteil gegenüber so häufig in Strickbüchern dargestellten Ausschnitt-Bildern von Maschenproben, auf denen weder seitliche Ränder noch obere oder untere Abschlüsse gezeigt werden.
Bei dieser Art der Bilder einer kompletten Maschenprobe sieht man auf den ersten Blick, wie sich das Muster auch an den Rändern verhält, also ob sie Wellen schlagen oder ob sich das Strickstück stellenweise verjüngt oder ob das Strickstück durch das Muster deutlich schmaler in der Weite wird. Gerade bei Zopf- und Rautenmustern ist dies ja häufig der Fall.
Zu jedem der einzelnen Muster ist die Maschen- / Reihenzahl angegeben, eine Strickschrift und teilweise ein Erklärungstext. Die z.T. ausführliche Zeichenerklärung sind unmittelbar neben den Abbildungen angegeben und erleichtern das Nachstricken, da zur Zeichenerklärung nicht umgeblättert werden muss.
Neben vielen bekannten und sehr einfachen Zöpfen enthält das Buch auch komplizierte Verschlingungen und ungewöhnliche Musterkombinationen.Die Musterproben eines Kapitels wurden in einem Farbton gestrickt, was das Auffinden von Mustern etwas erleichtert, da ein generelles Register fehlt.
Insgesamt liefert das Buch eine umfangreiche und ansprechend gestaltete Zusammenstellung von Zopf- und Rautenmustern, die anhand der Strickschrift mühelos nachgestrickt werden können.
Für Strickanfänger ist das Buch eher nicht geeignet, da die Grundtechniken des Strickens nicht erklärt werden. Wer jedoch schon einige Grundbegriffe beherrscht, eine umfangreiche Mustersammlung mit guten Erläuterungen sucht oder seine Kenntnisse im stricken von Zöpfen erweitern möchte, hat sich hier für das richtige Buch entschieden.
Besonders angenehm finde ich das Zusammenspiel aus handlichem A4-Querformat, übersichtlicher Gestaltung und hochwertiger Aufmachung als Hardcover mit Schutzumschlag. Für Zopfmuster-Begeisterte, die auf der Suche nach Mustern und Strickschriften ungern in unzähligen Zeitschriften blättern, ist dieses Buch eine gute Alternative.
Der Originalpreis liegt bei 24,95€; allerdings findet sich so manches Schnäppchen bei Jokers, eBay oder booklooker. Bei letzterem habe ich mein neuwertiges Exemplar für gerade einmal 4,89€ gefunden.
Sonntag, 11. September 2016
Kinder-Poncho "EISPRINZESSIN" - Teil 3
Nachdem ich nun den Rollkragen für den Kinder-Poncho gestrickt hatte, ging es ans nähen und fertigstellen.
Dafür zuerst Maß nehmen für den Durchmesser; hier: 120cm und einen Kreis zuschneiden. Anschließend mittig einen Kreis von ca. 12cm Durchmesser für den Halsausschnitt / Rollkragen ausschneiden. Vorsicht, den Ausschnitt nicht zu groß wählen! Was einmal weggeschnitten ist, lässt sich nicht ausgleichen, während man bei einem zu engen Halsausschnitt leicht noch einmal um 0,5 bis 1,0 cm Stoff wegschneiden kann.
Anschließend die äußere Kante einmal umschlagen und umnähen, z.B. mit einem 3fach-Zick-Zack-Stich, Overlock-Stich, mit einer 1fachen oder 2fachen Naht. Das Versäubern der Kante entfällt beim umnähen, da der Vliesstoff nicht ausfranst. Alternativ kann man auch die Kante mit einem passenden Schrägstreifen umsäumen. Kleiner Tipp: damit der Saum keine Wellen schlägt, habe ich mit einer kleinen Schere den Saum (obere Stofflage) ein wenig in Richtung Füßchen geschoben.
Im nächsten Post zeige ich Euch die Mütze und Handstulpen, die ich passend dazu gestrickt habe...
Dafür zuerst Maß nehmen für den Durchmesser; hier: 120cm und einen Kreis zuschneiden. Anschließend mittig einen Kreis von ca. 12cm Durchmesser für den Halsausschnitt / Rollkragen ausschneiden. Vorsicht, den Ausschnitt nicht zu groß wählen! Was einmal weggeschnitten ist, lässt sich nicht ausgleichen, während man bei einem zu engen Halsausschnitt leicht noch einmal um 0,5 bis 1,0 cm Stoff wegschneiden kann.
Anschließend die äußere Kante einmal umschlagen und umnähen, z.B. mit einem 3fach-Zick-Zack-Stich, Overlock-Stich, mit einer 1fachen oder 2fachen Naht. Das Versäubern der Kante entfällt beim umnähen, da der Vliesstoff nicht ausfranst. Alternativ kann man auch die Kante mit einem passenden Schrägstreifen umsäumen. Kleiner Tipp: damit der Saum keine Wellen schlägt, habe ich mit einer kleinen Schere den Saum (obere Stofflage) ein wenig in Richtung Füßchen geschoben.
Nächste Arbeitsschritte: die Viertel des Halsausschnittes (also Schultern und hintere / vordere Mitte) am Fleecestoff und am Rollkragen mit einer Stecknadel markieren. Nun den Rollkragen auflegen und rundum gleichmäßig aufstecken. 1,0cm überlappen zwischen Fleece und Rollkragen ist ausreichend. Als nächstes den Rollkragen aufnähen: Das geht von Hand mit kleinen Stichen ebenso gut wie mit der Nähmaschine. Die Naht verschwindet unsichtbar im Strickstück. Der umgeschlagene Rollkragen kann mit wenigen Stichen fixiert werden, damit die offenen Kanten schön liegen und eventuell kann man Knöpfe und Ösen oder eine Kordel anbringen.
Im nächsten Post zeige ich Euch die Mütze und Handstulpen, die ich passend dazu gestrickt habe...
Pflanzenfärben... mit Krapp (5)
Das geht ganz wunderbar und es bleiben keine Pflanzenteilchen in der Wolle hängen. Ich weiß, dass man mit verschiedenen Beizen und Temperaturen die Farbe beeinflussen kann,... Allerdings ist diese ziegelrote bis braune Farbe nicht so mein Ding und so landet diese Färbung wohl eher unter der Rubrik "ausprobiert und nicht noch einmal nachgemacht".
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Der Färberkrapp (Rubia tinctorum), auch Echte
Färberröte, Krapp
genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Färberröten (Rubia) innerhalb der Familie der
Rötegewächse (Rubiaceae) und eine traditionelle
Färbepflanze. Die Bezeichnung erhielt der Krapp, weil seine Wurzel einen roten Farbstoff
enthält. Der Färberkrapp wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze mit einer Wuchshöhen von 0,5 bis 1 Metern. An den Kanten des Stängels und an
den Blättern befinden sich rückwärtsgerichtete Haare, durch die sich die Pflanze
an diesen Stellen rau anfühlt. Der Stängel ist scharf vierkantige,
die zu viert bis sechst in Wirteln am Stängel angeordneten Blätter sind kurz
gestielt, 3 bis 11cm lang und 0,8 bis 2,5breit und eiförmig-elliptisch bis eiförmig-lanzettlich
geformt. Der Färberkrapp spielte seit der
Antike bis zur Entdeckung der synthetischen Herstellung von Alizarin eine
zentrale Rolle als Färbepflanze in Mitteleuropa und im gesamten
Mittelmeergebiet. Krapp ist eines der ältesten Farbmittel und
verhältnismäßig preisgünstig, verglichen mit anderen rot färbenden Stoffen. Der Farbton kann je nach Beize und Extraktionsart zwischen kräftigem Rot, Rot-Orange und Rosa schwanken. Mit Alaun als Beize
wird vor allem Wolle rot gefärbt; mit Eisenbeize erzielte man schwärzliche Farbtöne.
Die Sache mit den Restknäulchen...
Hi hi... dachte ich. Ich bin ja auch so eine, die jede Menge Wollreste hat und viele davon waren noch nie ein großes Knäul oder Strang, sondern schon immer so klein. Einen Großteil der Wolle, die ich verstricke, verspinne ich ja auch selbst.
Oftmals kardiere / färbe / mische ich dann auch nur eine kleine Probemenge dafür, um das fertige Garn (auch nach dem waschen bzw. verstricken) besser beurteilen zu können. Bei der naturweißen argentinischen Merino habe ich z.B. gemerkt, dass sie nach dem baden unheimlich aufflufft und voluminös wird. Die muss ich also dünner verspinnen als andere Qualitäten, weil das fertige Garn bzw. das Strickstück daraus sonst zu dick wird.
Oder die Garne mit einkardierter Sari-Seide. Davon gibt es ja nicht nur eine Variante und so entstehen die unterschiedlichsten Garne. Gerade diese Woche habe ich verschiedene Proben versponnen; mit unterschiedlichen Mengen Seide, verschieden Fasern oder auch bunter Merinowolle als Grundmaterial.
Und so entstehen dann immer wieder kleine Knäulchen, die ich inzwischen in einer großen Box sammle, weil mein Körbchen dafür nicht mehr ausreicht. Einzelne Fäden sammle ich in einer kleinen Box. Zum wegwerfen sind selbst die zu schade, wo sie doch gut als Abbindegarn oder für meine Etiketten taugen.
Zu den kleinen Knäulen greife ich dann, wenn ich z.B. Babyschuhe stricke oder etwa mehrfarbige Handstulpen. Dafür kann man sie wunderbar verstricken; entweder Ton-in-Ton oder etwa für Fair-Isle-Muster. Auch zum besticken genügt oft ein kleines Restknäulchen.
Samstag, 10. September 2016
Samstagsplausch... am 10.09.2016
Endlich Wochenende! Und wie immer: die Woche war viel zu schnell um und jeder Nachmittag und Abend ganz besonders. In dieser Woche habe ich aber einiges getan:
Ich habe mir ein schönes Buch gekauft; "GRUNDSTRICKMUSTER" 265 Strickanregungen - von Trisha Malcolm und nehme mir (wie immer) vor, mal etwas daraus nachzustricken. Wer möchte, kann gerne auf den Titel klicken, denn ich habe einiges dazu geschrieben und den Post auch nachträglich um ein paar Bilder ergänzt.
Dann habe ich Garn kardiert und versponnen und für unsere Nichte Kami den Rollkragen für einen Poncho daraus gestrickt. Und weil ich einmal so schön dabei war, ausreichend Garn hatte und das Ganze ein schönes Set ergab, habe ich auch noch eine passende Mütze und Handstulpen dazu gestrickt. Alles im "Eisprinzessin"- Design und ich bin total gespannt, ob alles passt und gefällt.
Jemandem eine Freude zu bereiten ist so schön- das mache ich jetzt öfter.
Wenn ich ein neues Material versponnen habe, werde ich immer mal wieder einen Strang zum teststricken verschenken- gerade so, wie es andere mit Ihren Schnittmustern oder Strickanleitungen auch machen.
Mit meinem lieben Kind war ich diese Woche mal beim Inder essen- oh das war schön! Rebecca ist gerade mal 18, aber es ist total schön zu sehen, wie sie sich in den letzten Wochen und Monaten entwickelt hat. Während ich vor einem Jahr fast täglich kurz vor einem Nervenzusammenbruch war, bin ich nun einfach nur glücklich zu sehen, wie gut alles läuft. Sie macht sich super in der Ausbildung und bringt gute bis sehr gute Noten, ruft mich an und wir telefonieren oder sehen uns regelmäßig; sie hat mit Ihrem Freund eine tolle Wohnung und kocht, bäckt und schmeißt ihren Haushalt, dass ich nur so staunen kann.
Und dann war da noch die gestrige Firmenfeier meines Mannes; eine wunderbare Gelegenheit, sich ein bissel chic zu machen, zu tanzen und Bekannte zu treffen.
Und wie war Eure Woche? Ich hoffe, wir sehen uns bei Andrea und Ihrem
Donnerstag, 8. September 2016
Entspannungsbad
Diese Woche fragte jemand in einer facebook-Gruppe, ob man auch ein Garn baden muss, das völlig ausgeglichen (ohne zu viel Drall und damit verbundene Kräuselung) ist.
Das ist ja für jene unter Euch, die keine handgesponnenen Garne verarbeiten, eigentlich kein Thema- für uns "Spinner" aber schon.
Ich bade jedes handgesponnene Garn; nicht heißer als 40°C und mit ein bisschen Wollwaschmittel; es soll ja nicht jedes Garn noch nach mäh riechen. Außerdem mindestens bis das Wasser abgekühlt ist; manchmal auch über Nacht. 60° C wären mir zu heiß; da filzt manches Garn schon an und erst recht, wenn man es anschließend kalt ausspült. Ich spüle das Garn nach dem Entspannungsbad handwarm aus, also so, als ob man sich die Haare wäscht, damit kein Wollwaschmittel drin verbleibt.
Vergleicht man zwei Strang Merino oder Polwarth vor und nach dem Waschen: der Strang nach dem Entspannungsbad ist ca. 5-10% kürzer und dicker, d.h. die Lauflänge wird weniger, aber der Faden fluffiger und voluminöser.
Dadurch braucht man unter Umständen beim Stricken eine dickere Nadelstärke. Hat man das Garn vor dem Stricken nicht gebadet und wäscht das Strickstück zum ersten Mal, sieht es sicher nicht mehr so schön aus, weil dann erst das Garn dicker und fluffiger wird und damit dein Maschenbild zu eng und zu fest. Manche Strickstücke aus ungebadetem Garn werden beim stricken auch schief und verzogen.
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