Donnerstag, 8. September 2016

Entspannungsbad

Diese Woche fragte jemand in einer facebook-Gruppe, ob man auch ein Garn baden muss, das völlig ausgeglichen (ohne zu viel Drall und damit verbundene Kräuselung) ist.
 
Das ist ja für jene unter Euch, die keine handgesponnenen Garne verarbeiten, eigentlich kein Thema- für uns "Spinner" aber schon.
 
Ich bade jedes handgesponnene Garn; nicht heißer als 40°C und mit ein bisschen Wollwaschmittel; es soll ja nicht jedes Garn noch nach mäh riechen. Außerdem mindestens bis das Wasser abgekühlt ist; manchmal auch über Nacht. 60° C wären mir zu heiß; da filzt manches Garn schon an und erst recht, wenn man es anschließend kalt ausspült. Ich spüle das Garn nach dem Entspannungsbad handwarm aus, also so, als ob man sich die Haare wäscht, damit kein Wollwaschmittel drin verbleibt.
 
Vergleicht man zwei Strang Merino oder Polwarth vor und nach dem Waschen: der Strang nach dem Entspannungsbad ist ca. 5-10% kürzer und dicker, d.h. die Lauflänge wird weniger, aber der Faden fluffiger und voluminöser.
Dadurch braucht man unter Umständen beim Stricken eine dickere Nadelstärke. Hat man das Garn vor dem Stricken nicht gebadet und wäscht das Strickstück zum ersten Mal, sieht es sicher nicht mehr so schön aus, weil dann erst das Garn dicker und fluffiger wird und damit dein Maschenbild zu eng und zu fest. Manche Strickstücke aus ungebadetem Garn werden beim stricken auch schief und verzogen.
 

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