Dienstag, 12. Juli 2016

Eine Schutzhülle für meine Textima

Nachdem ich in der letzten Woche meine Textima-Nähmaschine so intensiv geputzt und aufgearbeitet habe, stand sie recht schutzlos im Zimmer. Leider hatte ich nicht wie für meine Janome einen Koffer oder eine Schutzhülle. Ich weiß auch gar nicht mehr, wie die von früher genau aussahen; sie waren bestimmt nicht sehr hübsch.

Fertig zu kaufen gibt es jedenfalls keine Schutzhüllen für diesen Maschinentyp, aber ich dachte mir, es sollte nicht allzu schwer sein, eine zu nähen.



Die Form ist simpel und sie wird ja nur wie ein Kannenwärmer übergestülpt. Lediglich die Abdeckung des Antriebriemens an der rechten Seite stört etwas und verlangt wenigstens nach einer Aussparung.

 
Ursprünglich wollte ich einen vorhandenen Stoff verwenden, aber dann habe ich diesen (hier) bei eBay entdeckt- und war spontanverliebt. 100% Baumwolle / 140cm breit / 10.50€/lfm.
 
 
Dazu ein unifarbener Stoff in rotviolett (hier) für die Innenseite aus 100% Baumwolle / 150cm breit / 6.90€/lfm). Den gibt es auch in mehreren anderen Farben. Beide Baumwollstoffe lassen sich gut bügeln und knittern nicht allzu stark.

Zum Verstärken habe ich ein dünnes, aber festes Volumenvlies (hier) von Freudenberg verwendet; 272 Thermolam / 100% PES / 90cm breit / 3.90 €/lfm, um dem Ganzen etwas mehr Standfestigkeit zu geben.

Mit Materialien zum wattieren / verstärken / quilten habe ich noch nicht so viel Erfahrung, aber mit diesem Material habe ich einen guten Griff getan. Es gibt Standfestigkeit, ist nicht zu dick, bis 30°C waschbar.

Zugeschnitten habe ich 1 Teil 53 x 60 cm und zwei Teile 18 x 25 cm mit abgerundeten Ecken- jeweils aus dem unifarbenen und bedruckten Stoff sowie aus dem Vlies. Ich habe den gemusterten Stoff knappkantig auf das Vlies genäht und anschließend einige Teile des Drucks umnäht. Anfangs- und Endfaden der Oberseite habe ich zur Rückseite durchgezogen und die 4 Fäden hier verknotet. Das hat den Vorteil, dass man keine verdickten Nahtstellen durch das Verriegeln hat. Ich weiß: es macht ganz schön Arbeit, aber das Ergebnis ist um ein Vielfaches schöner und lohnt sich auf jeden Fall, gerade wenn die Naht eine Kontrastfarbe zum Stoff hat.


Anschließend habe ich die drei wattierten Teile des Oberstoffs zusammengenäht und in gleicher Weise die 3 Teile des Futterstoffs. Danach diese beiden Dreiteiler rechts auf rechts zusammennähen, wenden und die Öffnung vom wenden schließen

Ich habe den Futterstoff so weit zur Unterkante gezogen, dass er die Nahtzugabe wie eine Paspel umschließt (ca. 7mm) und umlaufend knapp abgesteppt.


Für den seitlich rechts angebrachten Schutz des Antriebsriemens habe ich eine Aussparung von 3 x 20 cm mit dem unifarbenen Stoff verstürzt. Das Paspelieren auf der Innenseite war etwas kniffelig, ist aber letztendlich perfekt gelungen. Da ich nicht absteppen wollte, habe ich diese Paspel mit kleinen Stichen fein säuberlich von Hand festgenäht.

 
Die Aussparung passt perfekt; ließ sich nur etwas schwierig fotografieren. Zuletzt noch einmal alles bügeln - und fertig.


Kommentare:

  1. Die Hülle sieht sehr schön aus. Meine Maschine hat zwar eine Hülle, aber die sieht nicht besonders aus (die ist eher nur praktisch). Danke für die Anleitung, mal sehen, ob ich das auch so hin bekomme.
    Liebe Grüße, Juliane

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    1. Liebe Juliane, das schaffst Du! Wenn Du Fragen hast, kannst Du mir auch mailen oder anrufen. Es sind ja nur 3 Teile von jedem Stoff und wenn Du Oberstoff und Vlies vorab zusammensteppst, verrutscht auch nichts. Gutes Gelingen! Liebe Grüße, Beatrice

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  2. Eine ganz tolle Hülle hast du da genäht. Sieht super aus und erinnert mich daran, dass ich auch schon lange mal eine für meine Maschine nähen wollte....
    LG Petra

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    1. Liebe Petra, ich habe auch ewig gewartet und dann war sie an einem Nachmittag fertig... Einfach loslegen. Das Material ist auch nicht so teuer; vom Futterstoff hatte ich nur 0,5m und da habe ich einfach das große Hauptteil oben mittig mit einer Quernaht zusammengesetzt. Das Vlies geht übrigens prima für Bügelbrettbezüge. Das nähe ich als nächstes. Liebe Grüße, Beatrice

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